BEGEISTERUNG FÜR LEBENS- UND WIRTSCHAFTSRAUM WALD VERMITTELN

BM Pröll vergibt zum zehnten Mal Staatspreise für beispielhafte Waldwirtschaft und Kooperation in Oberösterreich

Wien/Gunskirchen (OTS) Seit nunmehr zehn Jahren vergibt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft den Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft an heimische Waldbauern. "Dieses Jubiläum ist ein Grund zurück zu blicken und Zwischenbilanz zu ziehen. Heute kann ich aus vollem Herzen sagen: Ich bin stolz auf Österreichs Waldbauern", betonte Bundesminister Josef Pröll anlässlich der Staatspreisverleihung 2004 im Rahmen des Österreichischen Waldbauerntages in Gunskirchen/OÖ. ****

Der Staatspreis wurde 1994 initiiert, um die Wald besitzenden Bauern einerseits dazu zu motivieren, die Ressource Wald aktiv und nachhaltig zu nutzen. Das "Sparkasse-Wald-Denken" soll aus den Köpfen der Waldbauern verdrängt werden, der bäuerliche Wald aktiv bewirtschaftet und seine Kapazität voll genutzt werden. Zum anderen ist die Auszeichnung mit dem Staatspreis alljährlich Anlass dafür, die Leistungen der Waldbauern einer breiteren Öffentlichkeit bewusst zu machen und ins Rampenlicht zu rücken Die erfolgreichsten bäuerlichen Waldbewirtschafter Österreichs werden ausgezeichnet, ihre Musterbeispiele für moderne, zukunftsorientierte Nutzung und Bewirtschaftung des Waldes vor den Vorhang gebeten.

Österreichs Wald ist insbesondere auch durch die Leistungen der Waldbauern in einem hervorragenden Zustand. Das bestätigt die jüngste Waldinventur. Der Trend zur Biodiversität hält ungebremst an. Nadelholz hat 2002 einen Anteil von 62% (1980: 70%) und nimmt damit weiterhin zugunsten von Laub- und Laubmischwäldern ab, die heute bereits 38% Anteil haben (1980: 30%). Besonders deutlich haben die Fichtenreinbestände abgenommen. Ebenso ist der für viele Tier- und Pflanzenarten wichtige Totholzanteil gestiegen. Naturverjüngung gibt es mittlerweile auf 70% der zu verjüngenden Fläche (gegenüber bisher 50%), nur mehr 30% werden künstlich verjüngt.

Die Waldnutzung in Österreich ist ökologisch hervorragend aber wirtschaftlich schwierig. Ein Indikator dafür ist, dass erstmals die Grenze von einer Milliarde Festmeter an Holzvorrat überschritten wurde. Dass im letzten Jahr einen Rekordeinschlag zu verzeichnen war, ist kein Widerspruch. Dieser ist in erster Linie durch die Aufarbeitung von Schadholz begründet. Die Vorratszunahmen sind im Kleinwald um ein Vielfaches höher als im Großwald und sind ein Beleg für die Extensivierung, aber gleichzeitig auch für die abnehmende Durchforstungsintensität. Durch die Forcierung von Waldwirtschaftsgemeinschaften und generell der überbetrieblichen Zusammenarbeit versuchen wir dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Ein Anreiz dafür, sich in diesem Bereich besonders zu engagieren soll natürlich auch der Staatspreis für Kooperationen sein, so Pröll.

Ein wichtiger Beitrag zum Abbau von Durchforstungsreserven ist die verstärkte energetische Nutzung von Holz. Moderne Heizungsanlagen auf der Basis von Holz als Energieträger bringen nicht nur positive Beschäftigungseffekte und den Waldbesitzern zusätzliches Einkommen aus der Verwertung von schwer absetzbaren Forstprodukten. Sie entlasten aufgrund des ausgeglichenen CO2-Kreislaufes bei der Verbrennung von Holz auch wesentlich die Umwelt und sind damit ein wichtiger Eckpfeiler, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen.

Die Staatspreisträger geben den richtigen Weg vor, sie zeigen, dass es auch in klimatisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten sinnvoll und möglich ist, die Ressource Wald optimal naturverträglich zu nutzen. In einem Land mit 47% Waldanteil, der zu über 80% in Privatbesitz ist und dabei zum überwiegenden Teil in sehr kleinen Betriebseinheiten von Bauern bewirtschaftet wird, leisten diese mehr als 170.000 Menschen die entscheidende Arbeit dafür, dass der Wald sich heute so präsentiert wie wir alle ihn kennen, lieben und als einen bestimmenden Teil unserer Heimat ansehen, so Pröll abschließend.

Die Staatspreisträger des Jahres 2004 sind: Paul IMP aus dem Burgenland, Peter EBENBERGER aus Kärnten, Franz ZÖCHLING aus Niederösterreich, Inge BREITENBERGER aus Oberösterreich, Erwin KORBULY aus Salzburg, die Gutsverwaltung BRUNNSEE aus der Steiermark, Wolfgang ENZENBERG aus Tirol, Familie ILG aus Vorarlberg, die Forstverwaltung BIRKENSTEIN aus der Steiermark als Vertreter der Großbetriebe und die Waldwirtschaftsgemeinschaft Steyr-Nord in der Sonderkategorie Kooperationen. Mehr Informationen über die ausgezeichneten Waldbauern inklusive Kurzbeschreibungen der Betriebe im Internet: www.lebensministerium.at/forst

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