H.P. Martin: "Klima nannte SPÖ eine Sekte. Er hatte Recht."

EU-Rebell Hans-Peter Martin rechnet im NEWS-Interview mit SP und EU-Kollgegen ab.

Wien (OTS) - In einem NEWS-Interview in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS rechnet der ehemalige SP-Spitzenkandidat und heutige EU-Rebell Hans-Peter Martin mit der SPÖ und seinen Kollegen im Europäischen Parlament ab und spricht offen über die Hintergründe seines Bruchs mit der SPÖ.

Schon bei seiner Kandidatur im Jahr 1999 sei ihm klar geworden, dass er sich"mit der SPÖ geirrt hatte". Er hätte nur deshalb nicht schon damals "alles hingeworfen", weil es nicht zu verantworten gewesen wäre, "dass Haider nach einem Rücktritt von mir triumphieren würde".

Über seine emotionale Kritik an der SPÖ sagt er: "Die soziale Demokratie ist doch der Kitt, der Europa zusammenhält. Wenn Repräsentanten dieser Idee Tag für Tag, Postenschacher für Postenschacher, Gier-Augenblick für Gier-Augenblick einen solchen Verrat betreiben: Natürlich macht mich das emotional!" Und weiter:
"Ich habe die Elite der europäischen Sozialdemokraten kennengelernt. Sie sind vor allem von Meinungsumfragen und ureigenem pekuniärem Interesse bestimmt. Das ist von Tony Blair bis Alfred Gusenbauer so. Unter den so genannten Enkeln und Urenkeln Willy Brandts und Bruno Kreiskys sind sehr, sehr viele Verräter der Sozialdemokratie."

Besonders rege ihn auf, dass "aus sozialistischen Kreisen Anfang April in Umlauf gebracht wurde, ich sei der Mann Haiders. Das zeigt ja, wie dieser inhaltsleere Zynismus diese Menschen schon aufgefressen hat. Klima und Rudas haben mehrfach zu mir Sekte ist. Ich habe ihnen damals nicht geglaubt. Heute weiß ich, dass diese Sektenstruktur verknüpft mit stalinistischen Reflexen existiert. Und dass sie die derzeitige SPÖ prägt."

Martin verteidigt zudem seine umstrittene Methode, Kollegen mit versteckter Kamera zu filmen und kündigt neue Enthüllungen an: "Hätte ich nicht gefilmt, wo wären wir heute? Die hätten alles abgestritten. Ich bin in der Lage und bereit, die Bänder zu zeigen. Wir werden sie zum gegebenen Zeitpunkt auch herzeigen." Dass seine Aufdecker-Arbeit erfolgreich sei, zeige zudem schon der Umstand, dass es jetzt in Deutschlan und Österreich "plötzlich zu einer freiwilligen Spesenregelung, die jetzt dem Steuerzahler jedes Jahr zehn Millionen Euro erspart" gekommen sei.

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