Kaiser: Stoppt die "Ver-Gehrer-isierung" unserer Schulen

Kärntner SPÖ kritisiert die laufenden Anschläge auf Bildung im Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport

Klagenfurt (SP-KTN) - Scharfe Kritik an Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (V) übte am Mittwoch der Bildungssprecher der Sozialdemokraten im Kärntner Landtag, LAbg. Peter Kaiser. "Stoppt die 'Ver-Gehrer-isierung' unserer Schulen und der gesamten österreichischen Bildungspolitik", forderte Kaiser und wies auf die dramatische Arbeitsmarktsituation und die Auswirkungen der Bildung auf die Chancen auf Erwerbstätigkeit hin.

"Je höher der formale Bildungsabschluss ist, desto größer ist auch die Chance auf Erwerbstätigkeit, wie jüngste Statistiken auch deutlich untermauern", betonte der SP-Abgeordnete und nannte Fakten:
" Alleine 15,7 Prozent der Erwerbslosen können nur einen formalen Pflichtschulabschluss vorweisen, das ist überproportional hoch". Bei AHS liegt die Zahl bei 3,5 Prozent, bei BHS bei 3,4 Prozent und bei den Abgängern einer Universität oder Fachhochschule bei 2,7 Prozent. "Jede Kürzung bei der Bildung ist hart ausgedrückt eine Verstärkung der Tendenz zu mehr Arbeitslosigkeit", kritisierte Kaiser scharf.

Schon die so genannte "Wochenstundenentlastungs- und Rechtsbereinigungsverordnung 2003" bedeutete einen schweren Schlag auf Zukunft der Schülerinnen und Schüler. So wurden im laufenden Schuljahr je nach Schultyp unterschiedlich viele Unterrichtseinheiten gestrichen. "Die Zahl der Pflichtwochenstunden - jeweils die Summe der Wochenstunden über vier Jahre gerechnet - sank in der Volksschule von 92 auf 90, in der Hauptschule von 127 auf 120, in der AHS-Unterstufe von 126 auf 120 und in der AHS-Oberstufe von 138 auf 130, diese Maßnahme geht massiv auf die Qualität der Ausbildung", warf Kaiser der zuständigen Ministerin vor, die Zukunftschancen der jungen Österreicherinnen und Österreicher nachhaltig zu verschlechtern.

Scharfe Kritik übte der Kärntner SP-Bildungssprecher auch an den Vorschlägen der schwarz-blauen Bundesregierung "Bildungsstandards als Chance zur Beratung über individuelle Verbesserungsstrategien in den vierten Klassen zu sehen". "Lehrerinnen und Lehrer müssen die Chance haben mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern längerfristige individuelle Lernstrategien zu erarbeiten, das funktioniert bereits an vielen Schulen sehr gut", sagte Kaiser und ergänzte: "Nicht nur, dass die Vorschrift der Bundesregierung nicht funktionieren würde, aus pädagogischer Sicht ist eine Beratung erst in der vierten Klasse zu wenig". Abschließend kritisierte Kaiser auch, dass die Kürzungen im Schulbereich in vielen Fällen den Turnunterricht betreffen. "Das ist also bedauerlicherweise der einzige Beitrag der Bundesregierung zum Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport", schloss Kaiser. (Schluss)

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