Belastungen des Schutzwaldes erhöhen Lawinengefahren

Gemeinsame Kampagne von Alpenverein, Milka und Lebensministerium zur Stärkung der Schutzwälder

Wien/Hallstatt (OTS) - Schutzwälder sind unverzichtbar, um den Lebens- und Wirtschaftsraum der Alpentäler vor Naturgefahren, wie Lawinen, Muren oder Steinschlag zu schützen. Weite Teile unserer gebirgigen Heimat wären ohne ihn nicht bewohnbar. Doch zunehmende Belastungen durch Luftverschmutzungen sowie durch die Folgen der Klimaveränderung, wie extreme Unwetter oder massenhafte Schädlingsvermehrung machen dem Wald zu schaffen und schwächen seine Schutzwirkung. Pröll: Wir haben hier eine doppelte Herausforderung zu bewältigen: einerseits den Kampf gegen die Ursachen -Luftverschmutzung und Klimawandel - zu intensivieren, andererseits aber auch die Schutzwirkung der Wälder aktuell zu stärken, so Umweltminister Josef Pröll anläßlich des Starts der gemeinsamen Schutzwaldkampagne von Alpenverein und Milka, heute, Mittwoch, im oberösterreichischen Hallstatt. ****

Der Österreichische Alpenverein und Milka rufen im Rahmen der 'Bergwaldprojektwochen 2004' Wald- und Bergbegeisterte dazu auf, in enger Zusammenarbeit mit Forstfachleuten und unter Führung von geschulten Projektleitern innerhalb von Projektwochen an verschiedenste Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzwaldes mitzuarbeiten. Dazu zählen Aufforstungen, Pflege- und Schutzmaßnahmen, Zaun- und Steigbau, Erosionssicherungen und vieles mehr. Unterstützt wird diese Aktion vom Lebensministerium.

Von Mitte Mai bis Mitte September 2004 wird Milka in enger Partnerschaft mit dem gesamten österreichischen Lebensmittelhandel und über eine breit angelegte Plakatkampagne dazu aufrufen, die Bergwaldprojekte des Alpenvereins durch Spenden und auch durch freiwillige Mitarbeit zu unterstützen. Auf diese Weise können nicht nur kurzfristig Spendengelder generiert, sondern auch langfristige Identifikationen und Unterstützung für die Umwelt-projekte des OEAV geschaffen werden. Darüber hinaus wird Milka den OEAV durch konkrete Projektfinanzierung unterstützen.

In Östereich gibt es laut Österreichischer Waldinventur 2000/2002 insgesamt rund 776.000 Hektar Schutzwald. Das rund 20 Prozent der gesamten österreichischen Waldfläche. Rund 2/3 der Schutzwälder werfen keinen wirtschaftlichen Ertrag ab und rund 1/5 aller Schutzwälder sind nicht einmal begehbar. Um unter diesen schwierigen Voraussetzungen einen stabilen Dauerbewuchs zu gewährleisten, werden in Österreich jährlich rund 17 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln bereitgestellt.

Angesichts der enormen Kosten technischer Vollverbauungen - pro Hektar mit rund 220.000 Euro das 10fache der Schutzwaldesanierung und sogar das 100fache der laufenden Schutzwaldpflege - ist diese Summe jedoch vergleichsweise gering. Experten gehen davon aus, dass ein vollständiger Ersatz des Schutzwaldes durch technische Verbauungen jährliche Zusatzkosten in der Höhe von 350 Mio Euro erforderlich machen würde.

Die Sicherung des Schutzwaldes ist daher langfristig die wirtschaftlich sinnvolle Option, so Pröll. Wichtig sei daher eine ausgewogene Klärung der Lastenteilung: In Zukunft soll die Sicherstellung der Schutzleistung nicht mehr alleine vom Waldeigentümer und der öffentlichen Hand zu tragen sein, sondern auch von den verschiedenen Raumnutzern und Nutznießern wie Gemeinden, Tourismus, Straßenerhaltern, Jägern unterstützt werden. Es geht hier um gemeinsame Lösungen zur Sicherung unserer Lebensräume, erläuterte Pröll. Vorrangig sei es, auf örtlicher Ebene den nötigen Interessenausgleich herzustellen. Durch Bewußtseinsbildung und Stärkung der Eigenverantwortung aller Beteiligten könnten gute Lösungen zur Optimierung der Schutzfunktionen des Waldes erreicht werden.

Der von allen Seiten dokumentierte Wille zur Maßnahmenumsetzung werde dazu beitragen, dem Schutzwald, dem alpinen Lebensraum sowie der dort lebenden Bevölkerung eine sichere Zukunft zu erhalten. Bewußtseinsbildende Maßnahmen, wie die heute angelaufenen Bergwaldprojektwochen 2004 tun ein Übriges, um das Thema in die Köpfe der Menschen zu bringen. Besonderer Dank gilt dafür dem Österreichischen Alpenverein und Milka, die die Umsetzung der Idee ermöglichen, so Pröll abschließend.

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