Greenpeace an Bartenstein: Ökostrom fördern statt Klimaschutz weiter aushöhlen

Kritik an heutiger "Fachenquete Ökostrom": "Unausgewogen besetzt, überfallsartig organisiert"

Wien (OTS) - Massive Kritik übte Greenpeace an der einseitigen Besetzung und der kurzfristigen Festsetzung der für heute von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein veranstalteten "Fachenquete Ökostrom". Für Greenpeace-Energieexperten Jurrien Westerhof ist es "empörend" und "nicht nachvollziehbar", auf der Einladungsliste zwar eine große Zahl von Vertretern der Industriellenvereinigung, energieintensiver Industriebetriebe, der Wirtschaftskammer und der anderen Sozialpartner zu finden - von Seiten der Ökostrom-Betreiber finden sich aber nur die IG Windkraft und der Biomasseverband. Die Umweltorganisationen wurden nicht zu einem Dialog eingeladen. Greenpeace fordert Minister Bartenstein auf, den Klimaschutz nicht weiter auszuhöhlen und sich für mehr Ökostrom auf Basis des bestehenden Gesetzes einzusetzen.

"Eine klare Mehrheit von 80% der Österreicher unterstützt die Beibehaltung des bisherigen Fördermodells von Ökostrom. Wir erwarten uns von Minister Bartenstein daher, sich für den weiteren Ausbau des Ökostrom-Anteils stark zu machen und sich nicht vor den Karren der großen Energieverbraucher oder populistischer Strompreis-Agitatoren spannen zu lassen", so Westerhof weiter. "Wir befürchten, dass Minister Bartenstein mit der kurzfristig anberaumten Enquete Druck auf die morgen stattfindende Konferenz der Landeshauptleute - die sich auch mit diesem Thema befassen wird - ausüben will. Offenbar soll eine Allianz gegen den Ausbau des Ökostroms geschmiedet und auf die Bartenstein-Linie eingeschworen werden. Ökostrom steht aber für mehr Arbeitsplätze und für Klimaschutz. Angesichts des weltweiten Klimawandels führt am massiven Ausbau des Ökostrom-Anteils kein Weg vorbei", unterstrich Westerhof.

An die Landeshauptleute appelliert Greenpeace, sich für die Beibehaltung des geltenden Ökostromgesetzes auszusprechen.

Greenpeace lehnt den kürzlich von den Sozialpartnern (IV, WK und AK) präsentierten Vorschlag für ein neues Ökostromgesetz entschieden ab. "Diese eigentümliche Allianz von Industrie und Arbeitnehmervertretern könnte dem Ökostromausbau in Österreich den Todesstoß versetzen", betonte Jurrien Westerhof, "dass sich Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer für die Minderheitsinteressen der energieintensiven Großbetriebe instrumentalisieren lassen, die sich vor der Finanzierung von Ökostrom drücken wollen, ist nicht akzeptabel."

Die geplante Novelle zum Ökostromgesetz soll fixe Einspeisetarife für sauberen Ökostrom aus Windkraft,- Biomasse,- und Photovoltaikanlagen durch ein Ausschreibungsmodell ähnlich wie in Irland ersetzen. Ein Vergleich jener Länder mit Ausschreibungsmodellen wie Irland, GB, Frankreich und jenen mit fixen Einspeisetarifen wie Deutschland, Spanien und früher Dänemark belegt laut Greenpeace klar, dass ein massiver Ausbau von Ökostrom nur in Ländern mit fixen Einspeisetarifen stattfindet.

Rückfragen & Kontakt:

Jurrien Westerhof, Greenpeace,
Tel.: +43-1-5454580/57, Funk: +43-664-6126701

Erwin Mayer, Greenpeace Energie-Experte,
Funk: +43-664 270 04 41

Greenpeace Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001