Broukal und Grünewald präsentieren "Paket zur Förderung der Forschung"

Wien (SK) "Österreichs Forschung leidet, weil es der Bundesregierung nicht gelingt, ein Regierungsmitglied ausschließlich mit Forschungsagenden zu betreuen, ganz im Gegenteil", kritisierte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Freitag bei einem "Runden Tisch zur Forschungspolitik in Österreich", der gemeinsam mit den Grünen und betroffenen ForscherInnen stattfand. Broukal präsentierte gemeinsam mit Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, ein "Paket zur Förderung der Forschung", das fünf konkrete Forderungen an die Bundesregierung beinhaltet. Heftige Kritik übten Broukal und Grünewald an den politisch besetzten Aufsichtsräten des FWFs (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung". Broukal forderte außerdem ein "Notpaket für Forschung und Wissenschaft" mit einem Volumen von 102 Millionen Euro. ****

"Österreich ist Schlusslicht bei der Forschung im internationalen Vergleich vergleichbarer Staaten", kritisierte Broukal. Mit 100 Millionen Euro sei der FWF massiv unterdotiert, so Broukal. Das finnische Pendant sei mit annähernd 200 Millionen Euro, der Schweizerische Nationalfonds mit 300 Millionen Euro budgetiert. Auch die Zahl der ForscherInnen stagniere, so Broukal. Zwar lägen Österreichs ForscherInnen mit ihren wissenschaftlichen Erstschriften pro Kopf im Spitzenfeld, im Vergleich zur Einwohnerzahl sei Österreich allerdings Schlusslicht, sagte der SPÖ-Wissenschaftssprecher und kritisierte, dass junge Menschen nach Vollendigung ihres Studiums ins Ausland gingen, weil ihnen in Österreich weder in der Industrie, noch an den Universitäten Arbeitsplätze zur Verfügung stünden.

"Die gegenwärtige Regierung ist in Industrie und Industrieforschung verliebt, deshalb ist es notwendig, eine Schutzzone für die bedrohte Art der Grundlagenforschung einzurichten", unterstrich der SPÖ-Wissenschaftssprecher: Der Regierung fehle offenbar jegliches Verständnis für das Funktionieren und die Bedeutung der Grundlagenforschung. Einen weiteren Kritikpunkt sahen Broukal und Grünewald in der Tatsache, dass der unabhängige Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung durch politisch besetzte Aufsichtsräte in bewährter Proporzmanier mit Gewährsleuten der Regierungsparteien besetzt wurde. Vollkommen unverständlich sei, dass der für wirtschaftsnahe Forschung zuständige Minister Gorbach doppelt so viele Aufsichtsräte bestellt, wie die für die Grundlagenforschung zuständige Ministerin Gehrer.

Die konkreten Forderungen lauten wie folgt: Ein/e ForschungsministerIn, da eine Bündelung der forschungspolitischen Kompetenzen dringend notwendig ist. Die Zersplitterung der Kompetenzen auf bm:bwk, bm:vit, bm:wa und bm:f läuft einer kohärenten und konsistenten FTE-Politik des Bundes zuwider und ist auch inneneuropäisch ein Unikum.

10.000 zusätzliche ForscherInnen: Österreich hat im internationalen Vergleich viel zu wenig ForscherInnen. Derzeit liegt Österreich mit 4,86 ForscherInnnen pro 1.000 Erwerbspersonen weit unter dem EU-Durchschnitt. Der Anteil von ForscherInnen an der Erwerbsbevölkerung muss in allen Forschungsbereichen steigen.

Langfristige Planungs- und Finanzierungssicherheit für den FWF und die Grundlagenforschung: Auch durch das Forschungsförderungs-Strukturgesetz wird die Planbarkeit nicht verbessert.

Dotierung des FWF in international üblichem Ausmaß: 2004 muss das FWF-Budget auf 130 Millionen Euro angehoben werden, anschließend muss es eine seit langem geforderte jährliche Steigerung von 10 Prozent geben. Bis 2011 wird dadurch das Budget von 250 Millionen Euro erreicht.

Keine politische Einflussnahme auf die Forschungsförderung: Die politische Unabhängigkeit des FWF muss untastbar bleiben. Der vorgesehene Aufsichtsrat und dessen geplante Besetzung sind abzulehnen. (Schluss) sk

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