Rauch-Kallat: Steuerreform 2005 bringt vor allem Einkommenszuwächse für Frauen

Wien (OTS) - "Das Prinzip des Gender Mainstreaming - die differenzierte Untersuchung der Auswirkungen von Maßnahmen auf Frauen und Männer - wurde bei der Steuerreform 2005 erstmals in der Geschichte Österreichs umgesetzt", sagt Frauenministerin Maria Rauch-Kallat heute, Freitag, am Rande der Gleichstellungs-Ministerkonferenz in Limerick/Irland, wo eben diese Implementierung des Prinzips des Gender Mainstreaming auf europäischer ebene Thema ist.

Die Effekte der Tarifmaßnahmen der österreichischen Steuerreform 2005 ergeben einen Einkommenszuwachs bei Frauen von annähernd 2%, bei Männern von ca. 1,5%. Vergleicht man die Steuerentlastung bei Median-einkommen von Frauen und Männern, so fällt gerade bei den weniger verdienenden Arbeiterinnen die Steuerentlastung um über 85% höher aus als bei den Arbeitern, stellte Rauch-Kallat fest. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern zu verkleinern - ein Ziel, das die Frauenministerin auch bei diesen Verhandlungen nicht aus den Augen gelassen hat.

Vom Kinderzuschlag zum Alleinverdiener(erzieher)absetzbetrag profitieren alle Alleinerzieher/innen - das sind großteils Frauen. Hingegen überwiegt die Zahl der anspruchsberechtigten männlichen Alleinverdiener. Durch die Anhebung der Zuverdienstgrenze beim Alleinverdienerabsetzbetrag wird es mehr Frauen ermöglicht, im Erwerbsleben zu verbleiben, ohne dass der(Ehe)partner den Alleinverdienerabsetzbetrag verliert. Diese Regelung kommt daher indirekt Frauen zu Gute.

"Es ist uns mit dieser Steuerreform 2005 ein großer Schritt in der Gleich-stellungspolitik gelungen. Wir arbeiten im Frauenministerium derzeit an einem Gender Mainstreaming-Leitfaden für Legistinnen und Legisten, der diese begonnene Entwicklung auch in allen anderen Politikbereichen verankern wird, damit das Instrument des Gender Mainstreaming in Hinkunft in allen österreichischen Gesetzen Niederschlag findet" sagte Rauch-Kallat. Eine weitere interministerielle Arbeitsgruppe entwickelt Parameter für ein durchgehendes Gender Budgeting.

Im Hinblick auf die geplante Errichtung eines unabhängigen Gender Instituts innerhalb der EU regte Rauch-Kallat heut bei der EU-Gleichstellungsminister-konferenz in Irland an, Standards und Parameter für eine vergleichbare Datenerhebung innerhalb der europäischen Union zu definieren. "Nur so können Vergleiche auch aussagekräftig angestellt und Fortschritte oder gegebenenfalls unerwünschte Rückentwicklungen erkannt und verglichen
werden", so die Ministerin. Dies könne sie sich als Schwerpunkt für die österreichische Präsidentschaft 2006 vorstellen, schloss Rauch-Kallat.

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