FP-Enquete: Alter-Freude des Lebens

Wien, 2004-05-07 (fpd) – „Im Rahmen der gestrigen Enquete der Wiener FPÖ „Alter-Freude des Lebens“ wurden nach Impulsreferaten von Sozialminister Mag. Herbert Haupt, der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses SP-LAbg. Marianne Klicka, FP-LAbg. Mag Helmut Kowarik, ÖVP-Wien Seniorensprecherin LAbg. Ingrid Korosec sowie der Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen LAbg. Dr. Sigrid Pilz in verschiedenen Arbeitsgruppen mit Experten zahlreiche Vorschläge erarbeitet, wie trotz der vorhandenen Probleme eine positive Zukunft des Pflegewesens aussehen könnte“, resümierte heute die Initiatorin der Veranstaltung, FP-Stadträtin Karin Landauer, zufrieden.

Dr. Ulrike Gogela wies darauf hin, dass pflegende Angehörige zukünftig mehr Unterstützung erhalten müssten. Allein in organisatorischen Fragen gebe es keine rasche, unbürokratische und kostenfreie Hilfe. Als Vorschläge wurden beispielsweise die Einrichtung einer Notrufnummer, psychologische Betreuung durch u.a. Psychotherapeuten in Ausbildung sowie die Erstellung einer Liste mit ehrenamtlichen Helfern genannt. Weiters müsse für pflegende Angehörige definierte Prozessabläufe erstellt und diese den Betroffenen zur Kenntnis gebracht werden.

Harald Fischl von der KräuterGartenGruppe betonte, dass bei pflegebedürftigen Menschen die Autonomie im Vordergrund stehen müsse. Diese sollten selbst bestimmen können, wann, wo und wie sie gepflegt werden. „Pflege ist Kommunikation und Sensibilität, der Rest ist Handwerk“, sagte Fischl, der sich für bundeseinheitliche Qualitätsnormen im Pflegebereich aussprach. Der Experte forderte auch eine finanzielle Besserstellung von pflegenden Angehörigen sowie eine gerechtere Verteilung des Pflegegeldes.

Auf die Bereiche Information, bauliche Zustände und Personal konzentrierte sich der Arbeitskreis um den ärztlichen Leiter vom Haus der Barmherzigkeit, Prof. Dr. Christoph Gisinger. Information müsse sowohl präventiv als auch im Akutfall rund um die Uhr angeboten werden. Dramatisch aber verständlich sei die geringe Verweildauer beim Pflegepersonal. Mehr Förderung müsse es zukünftig für alternative Wohnmodelle geben.

Die Initiatorin des Projekts „Altwerden zu hause“, Bürgermeisterin Marialuise Mittermüller, erklärte in ihrer Präsentation, dass die Rahmenbedingungen bei Pflege in Land- und Stadtgemeinden völlig unterschiedlich sei. Dies beziehe sich insbesondere auf die Bereiche Kontakte, Nahversorgung und Mobilität.

Das ethnisch sehr heikle Thema Sachwalterschaft wurde mit dem Geschäftsführer des Vereins für Sachwalterschaft und Patientenanwaltschaft Dr. Peter Schlaffer in einem weiteren Arbeitskreis diskutiert. Dieser regte u.a. eine Begrenzung der Zahl der Sachwalterschaften sowie eine gesetzliche Verankerung der Vorsorge-Vollmacht an.

„Es ist erfreulich, dass unter Einbeziehung namhafter Experten und Sozialminister Mag. Herbert Haupt alle im Gemeinderat vertretenen politischen Fraktionen das Thema Pflege einen Nachmittag lang gemeinsam erörtert haben. Dies zeigt einmal mehr, dass dieses Thema uns alle angeht“, so Landauer abschließend. (Schluss) lb

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