Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 07.Mai 04 1,205 2,07% 4,24% 1915,6 3910,3 10241,3 30.Apr 04 1,193 2,07% 4,21% 1936,8 3995,3 10272,3 Veränderung -1,01% 0,00%Pkt 0,03%Pkt -1,10% -2,11% -0,30%

Dem Einkaufsmanager des ISM zufolge hat sich das Wachstumstempo der US-Industrie im April bei steigender Beschäftigung geringfügig verlangsamt. Der entsprechende Index lag im April bei 62,4 nach 62,5 Punkten im Vormonat. Der Beschäftigungsindex legte von 57,0 auf 57,8 Punkte zu und zeigte damit einen beschleunigten Stellenzuwachs an. Die Produktivität hat sich im ersten Quartal um 3,5% erhöht, ein Wert, der mit dem langfristigen Expansionstrend der US-Wirtschaft konsistent ist und der die nach wie vor robuste Wirtschaftsentwicklung unterstreicht. In der Eurozone deuten Umfragen überraschend auf eine weiter anziehende Konjunkturdynamik hin. Dabei entwickelte sich die deutsche Industrie dank mehr Produktion und starkem Neugeschäft zum Zugpferd der Branche im Währungsgebiet. Von der Erholung der europäischen Industrie sind bis jetzt noch keine positiven Impulse auf den Arbeitsmarkt ausgegangen.

Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen auf ihrer letzten Sitzung erwartungsgemäß unverändert bei 1,0 Prozent belassen. Gleichzeitig signalisierte die Fed eine Zinserhöhung. Das Ende der lockeren Geldpolitik werde, so die Fed, in angemessenem Tempo kommen. Die Risiken für die Preisentwicklung seien ausgeglichen, ebenso die Risiken für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Die Inflations-signale mehren sich allerdings. Der ISM-Index zur Entwicklung der Preise kletterte im April von 86,0 auf 88,0 Zähler, der BIP-Deflator stieg zuletzt um 2,0 Prozent und die Lohnstückkosten legten nach einer längeren Periode des Rückgangs wieder leicht zu. Auch die EZB hat die Leitzinsen in der Eurozone wie erwartet unverändert bei 2,0 Prozent belassen und wird weiterhin bei ihrer neutralen Geldpolitik bleiben. Noch niedrigere Leitzinsen sind nach unserer Ansicht nicht notwendig, da sich die Konjunktur schrittweise erholt und die Inflationsrate sich nahe dem von der Zentralbank erwünschten Niveau von knapp zwei Prozent bewegt. Die Bank of England erhöhte den Leitzins zum dritten Mal seit November um 25 Basispunkte auf nunmehr 4,25 Prozent. An den Geldmärkten sind in der kommenden Woche keine großen Bewegungen zu erwarten.

An den Aktienmärkten geht eine Woche zu Ende, die für die meisten Aktienindizes leichte Verluste brachte. Die Unternehmensdaten waren zuletzt durchwegs positiv, der Markt wird aber fast ausschließlich von Leitzinsspekulationen und dem hohen Ölpreis geleitet. Richtungweisend für die nahe Zukunft werden die US-Arbeitsmarktdaten sein, die noch heute Nachmittag veröffentlicht werden. Positive Signale gab es bereits im Vorfeld, z.B. weniger Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung, so daß wir mit relativ guten Zahlen rechnen was die Aktienmärkte vorerst stützen sollte. Für die kom-mende Woche rechnen wir mit einer moderaten Erholung an den Aktienmärkten.

Der Euro hat im Wochenverlauf wieder an Wert gewonnen und stieg zwischenzeitlich auf einen Kurs von 1,218 Dollar/Euro. Die positive Dollar-Stimmung der letzten Wochen weicht allmählich wieder den harten Fakten. So sind die geopolitische Lage und die hohen Defizite der USA im Staatshaushalt und der Leistungsbilanz lange ausgeblendet worden. Im Marktmittelpunkt stehen momentan die Entwicklung im Nahen Osten und der rasant steigende Ölpreis, was die USA, den mit Abstand größten Energieverbraucher der Welt, und damit den Dollar belastet. Angesichts der Lage im Irak sowie den wieder in den Vordergrund rückenden strukturellen Problemen der US-Wirtschaft rechnen wir in absehbarer Zeit mit Kursgewinnen für den Euro. Kurzfristig richtungweisend werden jedenfalls die US-Arbeitsmarktdaten, die noch heute Nachmittag veröffentlicht werden, sein.

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