Gewerkschaften fordern Erhalt österreichischen Eigentums

Mehr als 500 Menschen protestieren während des ÖIAG Aufsichtsrates vor der ÖIAG Zentrale

Wien (GPF/GMT/GPA/ÖGB) - Die Zentrale der ÖIAG in Wien war heute, am 7. Mai 2004, Schauplatz einer Kundgebung der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten und Delegationen der Gewerkschaften Metall-Textil, GPA, Bau Holz und Eisenbahner. Die bereits bei der Bilanzausschusssitzung begonnenen und während der ÖIAG-Aufsichtsratssitzung fortgesetzten Proteste richteten sich in erster Linie gegen die von der Regierung beschlossenen Vollprivatisierungen von Telekom Austria AG und VA Tech sowie den Ausverkauf Österreichischer Leitbetriebe.++++

"Der erste Schritt wird in der heutigen Aufsichtsratssitzung gesetzt. Zunächst werden weitere 17 Prozent der Telekom verkauft, dann beabsichtigt man, sich endgültig vom größten Festnetz- und Mobilfunkanbieter zu verabschieden. Die Gewerkschaft wird sich mit allen Mitteln gegen die Vollprivatisierung wehren", so Michael Kolek, Vorsitzender des Zentralausschusses Telekom AG. Gerhard Fritz, Vorsitzender der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten, versicherte die Unterstützung der gesamten Gewerkschaftsbewegung um diesem wirtschaftspolitischen Unsinn ein Ende zu bereiten. "In einer aktuellen Umfrage des IFES-Institutes sprechen sich 71 Prozent der Bevölkerung gegen einen Verkauf der Telekom und 82 Prozent gegen einen Verkauf der Post AG aus. Das kann auch diese Bundesregierung nicht ignorieren", so Gerhard Fritz abschließend.

Mit Trommeln, Transparenten, Trillerpfeifen und bengalischen Feuern richteten sich die insgesamt 500 Beteiligten gegen die "Verkäufer Österreichs" in der ÖIAG.

Gleichermaßen scharf protestierten die nahezu 100 angereisten VA-Tech MitarbeiterInnen. "Wir verlangen, dass die ÖIAG ihren Anteil von derzeit 15 Prozent wieder auf 20 Prozent aufstockt um den größten Technologiekonzern des Landes nicht zu gefährden", so Anton Beneder, Zentralbetriebsratsvorsitzender der VA Tech.

Es könne außerdem nicht sein, dass auch noch die letzten Reste österreichischen Eigentums auf Grund politischer Befindlichkeiten und gegen die Bevölkerungsinteressen veräußert werden. Darüber hinaus müsse sich die Bundesregierung nun endlich einmal überlegen, inwieweit sie ihrer Verantwortung den Österreicherinnen und Österreichern gegenüber nachkommt. Ist einmal alles verkauft, ist es zu spät.

ÖGB, 7. Mai
2004
Nr. 322

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Thomas Linzbauer
Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten
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