Alarm im Straßenverkehr: Fußgänger und Radfahrer weit mehr gefährdet als bisher angenommen!

Stürze sind Verletzungsursache Nr. 1 auf Österreichs Straßen! Beinahe zwei Drittel (!) aller Verletzungen auf Straßen werden durch Stürze verursacht.

Wien (OTS) - Von rund 140.000 Verletzten auf Straßen pro Jahr in Österreich sind nur 40 Prozent auf die Beteiligung von Kraftfahrzeugen zurückzu-führen. Besonders betroffen sind Senioren, Behinderte, Radfahrer und Kinder. Das belegt eine Erhebung des Institutes "Sicher Leben".

"Alle wissen, dass der motorisierte Verkehr gefährlich ist. Dabei starben im vergangenen Jahr immerhin 931 Menschen. Die hohe Gefährdung der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer wurde hingegen bisher dramatisch unterschätzt", so der Leiter des Instituts "Sicher Leben", Dr. Rupert Kisser. "In der Kfz-Unfallstatistik werden z.B. 5800 verletzte Radfahrer gezählt, in die Spitä-ler kommen aber rund 25.000. Noch krasser ist die Situation bei den Fußgän-gern. Die Kfz-Unfallstatistik erfasst 4.300 verletzte Fußgänger, die Spitäler müssen aber rund 57.000 versorgen."

Er fordert daher viel mehr "barrierearme und sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer". Vor allem in schlechten Gehwegen, zu hohen Gehsteigkanten, schlechter Pflasterung oder unzureichender Straßenbeleuchtung schlummert, laut der aktuellen Freizeitunfallstatistik des Wiener Institutes, ein bislang nicht erkanntes Unfallrisiko. Etwa 82.400 Menschen haben sich im Jahr 2002 auf Österreichs Straßen durch Stürze verletzt, fast 30.000 mehr als bei Unfällen mit Kfz-Beteiligung. Besonders für ältere und körperlich behinderte Menschen stellen "bauliche Barrieren" ein hohes Risiko dar: 40 Prozent aller Sturzverletzungen erleiden Senioren. Doch auch Radfahrer - sie machen rund ein Viertel der Verletzten aus - und Kinder sind betroffen.

Kisser: "Die Sicherheitsbedürfnisse der Fußgänger und Radfahrer müssen von der Politik berücksichtigt werden, wir fordern daher eine entsprechende Ergänzung der vorhandenen Verkehrssicherheitsprogramme. Den Fußgängern und Radfahrern muss gesetzlich ein höherer Stellenwert beigemessen werden, Unfallverhütung soll zum integralen Bestandteil österreichischer Ge-sundheitspolitik werden!"

Risikominimierend wirken vor allem auch bauliche Maßnahmen, wie etwa bar-rierefreie Hauszugänge, Gehwege im ländlichen Bereich, breite Gehsteige mit abgeflachten und vorgezogenen Kanten im Kreuzungsbereich, "Haltestellen-Caps", die den Gehsteig im Haltestellenbereich bis zum Bus oder der Straßenbahn verbreitern, vermehrter Einsatz von Niederflurbussen und -bahnen, gekennzeichnete Radwege, Schutzinseln sowie eine generelle Verlangsamung des Verkehrs dort, wo es viele ungeschützte Verkehrsteilnehmer gibt.

Internationale, erfolgreiche Programme zur Unfallverhütung für "schwache Verkehrsteilnehmer" werden Anfang Juni auch im Rahmen der 7. WHO-Konferenz "Safety 2002" im Wiener Austria Center präsentiert.

Die 7. WHO-Weltkonferenz "Safety2004" findet vom 6. bis 9. Juni 2004 im Wiener Austria Center statt. 360 internationale Experten aus über 100 Nationen präsentieren wirkungsvolle Maßnahmen für mehr Sicherheit. Drei Themenschwer-punkte sind u.a. Kinder, Verkehr und Gewalt. Erwartet werden mehr als 1.500 Teilnehmer aus Politik und Wissenschaft. Organi-siert wird der Kongress, der nach internationalen Tagungsorten heuer erstmals in Wien statt-findet, vom Institut "Sicher Leben" in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovationen und Technologie. Den Eh-renschutz der von der WHO initiierten Weltkonferenz übernimmt Dr. Thomas Klestil.
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