Tumpel strikt gegen Telekom-Verschleuderung

AK fordert ein öffentliches Mehrheitseigentum an der Telekom Austria mit einem Kernaktionär ÖIAG

Wien (AK) - Die AK ist vehement gegen die von der Regierung
geplante vollständige Privatisierung der Telekom Austria (TA). "Beim derzeitigen Chaos in der VA Tech sieht man, wohin der verantwortungslose Verschleuderungskurs der Regierung führt", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "das darf sich bei einem so wichtigen österreichischen Infrastrukturunternehmen wie der Telekom Austria nicht wiederholen." Durch den Verkauf der TA wäre eine hochwertige, flächendeckende Versorgung der Bevölkerung gefährdet, warnt die AK. Beim Verkauf der TA an eine ausländische Telekomgesellschaft, wie etwa die Swisscom, sind zudem noch Arbeitsplätze massiv gefährdet. Der geplante Verkauf eines 17 Prozent-Aktienpakets, der heute abgesegnet werden soll, ist für die AK ein Schritt in die falsche Richtung. Der nächste Schritt in Richtung Total-Privatisierung steht schon fest: Die bevorstehende Ausgabe einer Wandelanleihe im Rahmen der Hauptversammlung der Telekom am 3. Juni würde dazu führen, dass der ÖIAG-Anteil an der Telekom unter die Sperrminoritätsgrenze rutscht. Die AK fordert ein öffentliches Mehrheitseigentum an der Telekom Austria mit einem Kernaktionär ÖIAG. ****

Die Regierung will die Telekom Austria bis 2006 zu 100 Prozent privatisieren. Das Schweizer Telekomunternehmen "Swisscom" zeigt nach wie vor großes Interesse an der Telekom Austria - nur die Kaufpreisvorstellungen lagen bisher auseinander. Interessantes Detail: Die Swisscom ist ein mehrheitlich staatliches Unternehmen und wird es auch in Zukunft bleiben, das ist im Schweizer Telekommunikationsgesetz festgeschrieben.

Die AK tritt für die Sicherung einer leistbaren, hochwertigen und flächendeckenden Ver-sorgung der Bevölkerung mit öffentlichen Basisdiensten ein. Infrastrukturunternehmen wie etwa die Post- und Telekommunikationsdienste, die Energieversorgung, die Wasser-versorgung oder der öffentliche Verkehr sind von großer gesellschaftspolitischer Bedeutung. Ihre vollständige Privatisierung hätte zur Folge, dass die Entscheidungs- und Gestaltungsmacht ins Ausland abwandern könnte, warnt die AK.

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