Verzetnitsch zu Mauthausen: "Wir dürfen niemals vergessen"

Schweigen und Wegschauen ist der ideale Nährboden für Faschismus

Wien (ÖGB) - "Niemals dürfen wir die Trauer angesichts des qualvollen Todes, der seine Spuren im Konzentrationslager Mauthausen gezogen hat, vergessen. Niemals dürfen wir die Todesmärsche vergessen, auch wenn manchmal versucht wird, diese Spuren schamhaft zu verwischen. Niemals darf es darüber den Mantel des Schweigens geben. Denn es geht um die Würde des Menschen und es geht um das aktive Verteidigen dieser Würde" stellt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch anlässlich des 59. Gedenktages an das Konzentrationslager Mauthausen am kommenden Sonntag fest.++++

All jenen, die versuchen ein Tuch des Vergessens über die Vergangenheit zu breiten und die aus taktischen und politischen Gründen mit dem Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit tagespolitisches Kleingeld machen wollen, müsse entschieden entgegengetreten werden. Man dürfe es sich nicht so einfach machen, indem Töne der Vergangenheit und der Gegenwart damit entschuldigt werden, dass man in die Zukunft sehen müsse und jene, die gestern noch den Rassismus auf ihre Plakate geschrieben haben, in Ruhe arbeiten lasse. Verzetnitsch: "Ich sage das nicht nur deshalb, weil in den ÖGB-Statuten festgeschrieben ist, dass wir den Kampf gegen alle Erscheinungen und Überreste des verbrecherischen Regimes fortsetzen und beseitigen müssen, sondern weil wir es jenen schuldig sind, die in Mauthausen oder in einem der vielen anderen Konzentrationslager gestorben sind.

Unrecht wird nicht ungeschehen, nur weil man es in versöhnliche Worte kleidet. "Überall dort, wo Menschen diskriminiert, verspottet und abgelehnt werden, müssen wir Widerstand leisten. Da darf es kein Wegschauen und da darf es auch kein Schweigen geben - denn die Geschichte hat uns gelehrt, dass Schweigen und Wegschauen der ideale Nährboden für Faschismus ist", mahnt Verzetnitsch.

Das Konzentrationslager Mauthausen diente zur Verfolgung und Vernichtung von politischen Gegnern jeden politischen und religiösen Bekenntnisses. Von den 200.000 untergebrachten Menschen überlebte rund die Hälfte diese Vernichtungsmaschinerie nicht. "Ihnen sind wir es nicht nur schuldig, dass wir 'niemals vergessen' was geschehen ist, sondern es muss für uns gleichzeitig zu jeder Stunde eine Verpflichtung sein, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Widerstand zu leisten", erklärt der ÖGB-Präsident: "Treten wir aber auch für alle jene ein, die schwach sind, die unsere Hilfe brauchen, die Hoffnung für die Zukunft haben wollen. Stellen wir uns solidarisch auf ihre Seite, hier in Österreich und überall auf der Welt." (ew)

ÖGB, 7. Mai
2004
Nr. 320

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