Alle Gewässer Österreichs nach neuen EU-Kriterien erfasst

Das Lebensministerium legt die Bestandsanalyse aller Gewässer zur EU-Wasserrahmenrichtlinie vor

Wien (29.04.04) Mit dem Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 wurde der Startschuss für eine europaweit vereinheitlichte Wasserwirtschaft gegeben. Dies bedeu-tet auch für Österreich eine Vielzahl an neuen Regelungen und Verpflichtungen. Eine davon wurde mit der vorgelegten Einstufung der österreichischen Gewässer in einem ersten wichti-gen Teilschritt erledigt. Sektionschef Wolfgang Stalzer als österreichischer EU-Wasserdirektor freut sich, "dass das Lebensministerium in Arbeitskreisen gemeinsam mit den Bundesländern nunmehr die Bestandsanalyse zur Situation der österreichischen Ge-wässer so zügig vorgelegt hat.". Es betrifft dies die konkrete Ausweisung der Wasserkörper, die gegebene Belastungssituation, die Voreinstufung bezüglich des Risikos einer Verfehlung des guten Zustandes und die Ausweisung möglicher Kandidaten für erheblich veränderte Gewässer entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Dies teilt das Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit.*****

Sektionschef Wolfgang Stalzer sieht die Herausforderungen für Österreich in der Wasser-wirtschaft anhand von vier Jahrzehnte langer erfolgreicher Gewässerschutzpolitik gemeistert. Bestätigungen dafür liefern die biologische Gewässergüte, die Seengüte und die chemische Qualität der Oberflächengewässer. Hier kann Österreich auf international vergleichbar her-vorragende Werte verweisen. Problembereiche mit dem Risiko einer Zielverfehlung ergeben sich aus heutiger Sicht möglicherweise im Bereich Gewässerstruktur, Hydrologie und Nut-zung der Gewässer. Der Ausbau der Wasserkraft als erneuerbare Energie, die mehr als zwei Drittel des Strombedarfs Österreichs abdeckt, sowie die alpine Lage mit der Bedrohung der Siedlungsbereiche durch Naturgefahren wie Hochwasser etc. haben von Menschen deutli-che veränderte Flusslandschaften geprägt. Hier liegt die Herausforderung der kommenden Jahrzehnte für Österreich darin, die bereits erfolgreich durchgeführten Maßnahmen zur Öko-logisierung und zur Revitalisierung konsequent fort zu setzen und den guten Zustand der Gewässer zu verfolgen.

Hinsichtlich der Grundwassersituation ist Österreich in der glücklichen Lage, bei allen 128 Grundwasserkörpern bzw. -gruppen einen mengenmäßigen guten Zustand nach Brüssel berichten zu können. Problembereiche sind die bekannten diffusen Belastungen mit Nitrat und Pflanzenschutzmittel in Ostösterreich. Für die hier betroffenen Flächenanteile Öster-reichs wird weiterhin der positive Weg über die Agrarumweltprogramme zu intensivieren sein.

Der mit den Bundesländern gemeinsam entwickelte vorläufige Entwurf für die Einstufung der österreichischen Gewässer liegt nun vor. Eine Prüfung und Feinabstimmung erfolgt bis Mitte Oktober 2004 durch die Bundesländer. Bis März 2005 wird der österreichische Gesamtbe-richt durch das Lebensministerium nach Brüssel geschickt werden. "Damit wird Österreich eines der ersten Länder sein, die den Gewässerplan der EU konsequent umsetzt", stellt Sek-tionschef Wolfgang Stalzer abschließend fest.

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