ÖGJ-Eder: Probezeit für Lehrlinge verkürzen

Qualitätskontrollen würden Resultate bei Lehrabschlussprüfung verbessern

Wien (ÖGJ) - Die vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider vorgeschlagene Ausweitung der Probezeit für Lehrlinge auf drei Jahre kommt für den Vorsitzenden der Österreichichen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, nicht in Frage: "Schon derzeit haben Lehrlinge mit drei Monaten eine längere Probezeit als jeder Generaldirektor. Die ÖGJ fordert eine Verkürzung auf einen Monat, damit die Wirtschaft die Lehrlinge nicht mehr als billige Hilfskräfte zur Überbrückung von Saisonspitzen missbrauchen kann", erklärt Eder.++++

Zu Haiders Ankündigung, das Land Kärnten würde "einspringen und die Verantwortung für das ganze erste Lehrjahr übernehmen" und für die Jugendlichen neue Lehrplätze suchen, sagt Eder: "Haider soll Lehrplätze für die mehr als 13.000 Lehrstellen suchenden Jugendlichen in Österreich suchen - und vor allem für diejenigen, die während der dreimonatigen Probezeit auf die Straße gesetzt werden." Etwa 20 Prozent aller in Österreich abgeschlossenen Lehrverträge werden vorzeitig wieder beendet - für die betroffenen Jugendlichen ist es fast unmöglich, die begonnene Ausbildung in einem anderen Betrieb fortzusetzen.

Kritik übt der ÖGJ-Vorsitzende auch an Haiders Änderungsvorschlägen betreffend die Lehrabschlussprüfung. Um das Abschneiden der Lehrlinge bei der praktischen Prüfung zu verbessern, müsse die Ausbildung wieder an strengere Qualitätskriterien gebunden werden. "Wenn wieder besser kontrolliert würde, was den Lehrlingen in den Betrieben beigebracht wird, würden beim praktischen Teil der Lehrabschlussprüfung weniger Jugendliche durchfallen", sagt Eder abschließend.(fk)

ÖGB, 29. April
2004
Nr. 289

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