Alpenregionen drängen auf größere Autonomie

LTP Dörler: "Anliegen der Alpenraum-Regionen in EU stärker berücksichtigen"

Bregenz/Varese (VLK) – Die Ständige Versammlung der EU-Regionen mit eigener Gesetzgebung (CALRE) befasste sich
heute, Donnerstag, in Varese mit der Bewahrung der
Einzigartigkeit des Alpenraumes und der stärkeren
Berücksichtung der Interessen der alpinen Regionen. Namens
der CALRE-Präsidenten gab Vorarlbergs Landtagspräsident
Manfred Dörler dabei eine Erklärung ab, die auf eine
größere Autonomie der Alpenregionen abzielt. ****

Die Bewahrung der Einzigartigkeit des Alpenraumes war
für alle Staaten des Alpenraumes Anlass, die
Alpenkonvention zu unterzeichnen. Neben den Institutionen
der Alpenkonvention kommt der Gesetzgebung der Europäischen
Union für den Alpenraum vor allem in den Bereichen Verkehr, Raumordnung sowie Natur- und Landschaftsschutz immer
größere Bedeutung zu. Die Vertreter der Parlamente der gesetzgebenden Regionen im Alpenraum sprechen sich daher
für eine sinnvoll geteilte Verantwortung zwischen der
Europäischen Ebene, internationalen Einrichtungen wie der Alpenkonvention, Nationalstaaten und Regionen aus.

LTP Dörler: "Auch wenn die Bedeutung der Alpenregionen
von der EU und in der Alpenkonvention anerkannt wird,
wächst andererseits die Gefahr, dass die Verantwortung der
Regionen für die Erhaltung ihres Lebensraumes zunehmend auf
diese Einrichtungen übergehen." Seitens der CALRE-
Präsidenten der Alpenregionen wurde daher die Erklärung
abgegeben, die Aufteilung der Verantwortung streng nach dem Subsidiaritätsprinzip zu regeln und einer Verlagerung auf übergeordnete Ebenen eine Absage zu erteilen.

Der Alpenraum zeichnet sich durch ein hohes Maß an
kultureller, sprachlicher, landschaftlicher und auch
politischer Vielfalt aus. Diese Vielfalt gilt es zu
bewahren und zu schützen. Eine übermäßige Erschließung der Alpen durch den Tourismus oder die Belastung der Alpentäler
durch den Verkehr sind aktuelle Bedrohungen. Daher ist die Eigenständigkeit der einzelnen Alpenregionen von
entscheidender Bedeutung.

Laut Dörler haben Regionen, die nur Kulisse sind, aber
keine Gestaltungskraft haben, weil übergeordnete Ebenen wie
der Staat oder die EU ihre Kompetenzen an sich ziehen,
keine Zukunft. Die Stärkung des Subsidiaritätsprinzips
mache ihn optimistisch, dass die Regionen im Alpenraum ihre
Zukunft im Wesentlichen selbst gestalten können. Mit der in
Varese abgegebenen Erklärung gehe es vor allem darum, das Bewusstsein auf Ebene der Europäischen Union und den Mitgliedsstaaten für die Anliegen der Regionen des
Alpenraumes zu stärken und damit auch für die Interessen
der Bevölkerung der Alpenregionen einzutreten, so Dörler. (hapf/gw,nvl)

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