ÖAMTC: Österreich muss bei Spritpreisen europafit werden

Senkung der Nettopreise auf EU-Niveau ist überfällig

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Die hohen Nettopreise für Benzin und Diesel in Österreich sind nicht gerechtfertigt, eine Senkung in Richtung EU-Durchschnittsniveau ist längst überfällig", fordert Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. "In einem funktionierenden Markt müssen auch die Konsumenten von Produktivitätsgewinnen der Mineralölindustrie profitieren." Den "Alpenzuschlag" auf die Kraftstoffpreise, der immer noch bis zu 2,9 Cent pro Liter betragen darf, wird der Club nicht länger akzeptieren.

Ein Gentlemen´s Agreement, das 1999 der Versuch war, eine ungezügelte Preisentwicklung einzudämmen, ist nach Ansicht des ÖAMTC inhaltlich und formal überholt und entspricht letztlich auch nicht den Regeln einer freien Marktwirtschaft. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Rahmenbedingungen wesentlich geändert, die damals der Grund dafür waren, dem Marktleader OMV einen um bis zu 2,9 Cent höheren Kraftstoffpreis als im EU-Schnitt zuzugestehen.

Argumente von einst haben heute keine Gültigkeit mehr, stellt der ÖAMTC fest:

* Tankstellendichte
Kamen 1998 noch statistisch gesehen 1.700 Kfz auf eine Tankstelle, so hat sich die Zahl mittlerweile auf knapp 2.000 Kfz erhöht. Einen Preisaufschlag aufgrund der hohen Tankstellendichte - für die letztendlich die Mineralölwirtschaft selbst verantwortlich ist -akzeptiert der Club nicht.

* Vertriebskosten
Nach wie vor ist nicht einzusehen, warum die Vertriebskosten in Österreich pro Liter um 1,8 Cent höher sein sollen als der Durchschnitt von - derzeit noch -15 EU-Mitgliedsländern mit unterschiedlichen topografischen Merkmalen. "Es kann nicht sein, dass sogar bei ähnlicher Topografie die Nettopreise überall sonst stets niedriger sind als in Österreich", kritisiert Rohracher. Beispielsweise kostet in Bayern diese Woche ein Liter Superbenzin netto 0,337 und Diesel 0,348 Euro, in Tirol liegen die Preise aktuell bei 0,359 für Superbenzin und 0,360 für Diesel.

* Umweltauflagen
Das Argument, dass Umweltauflagen in anderen Ländern "nicht so streng" eingehalten werden, gilt nach Ansicht des ÖAMTC nicht mehr. "Niemand kann ernsthaft davon ausgehen, dass etwa in Bayern Umweltstandards nicht eingehalten werden", führt Rohracher dieses Argument ad absurdum. Deutschland hat schwefelfreie Kraftstoffe bereits ein Jahr früher eingeführt als Österreich. Mittlerweile gelten in allen EU-Mitgliedsländern ähnlich hohe Standards.

* Shops
Beklagt wurde seinerzeit von den Mineralölfirmen auch die gesetzliche Beschränkung von Shop-Größe und Sortiment. In der Zwischenzeit wurde vieles in deren Sinne geändert, Automatentankstellen ermöglicht und das erlaubte Shop-Sortiment wesentlich erweitert. Einzig verbliebener "Wermutstropfen" ist das noch immer bestehende Tabak-Monopol.

"Die Entwicklungen zeigen deutlich, dass ein österreichischer 'Alpenzuschlag' auf die Nettopreise heute nicht mehr gerechtfertigt ist", beharrt Rohracher. Die Preisdifferenz zwischen Österreich und dem EU-Schnitt hat die heimischen Autofahrer in Summe bis heute rund eine Milliarde Euro gekostet. Zum Vergleich: Das entspricht dem Investitionsbudget für das hochrangige österreichische Straßennetz eines ganzen Jahres.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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