Pharmig: EU-Erweiterung bringt mehr Vor- als Nachteile

Die österreichischen Pharma-Unternehmen werden vom größeren Markt profitieren - Bedenken gibt es jedoch in bezug auf Mehrwertsteuer und Patentschutz.

Wien (OTS) - "Wir begrüßen die EU-Erweiterung, weil wir glauben, dass die österreichischen Pharma-Firmen mehr Vor- als Nachteile zu erwarten haben", so die Einschätzung von Erhard P. Geisler, Geschäftsführer des Branchenverbands Pharmig. Der größere Markt bringe neue Chancen und auch die dann geltenden einheitlichen Zulassungsregeln würden den heimischen Pharma-Unternehmen das Leben erleichtern. Mussten die Firmen bisher in jedem der neuen Beitrittsländer gesondert um die Zulassung ihrer Produkte ansuchen, so gilt ab 1. Mai einheitliches europäisches Recht. "Gerade Unternehmen, die aus Österreich exportieren, werden von den harmonisierten Regeln profitieren", ist Geisler überzeugt. "Innovative Medikamente können dann schneller auf den Markt gebracht werden, was ein wesentlicher Pluspunkt ist."

Übertriebene Euphorie sei jedoch nicht angesagt, denn nach wie vor gebe es auch Anlass zur Sorge: Zum Beispiel beim Patentschutz, der in manchen Beitrittsländern nach wie vor unterlaufen wird. Der Geschäftsführer der Pharmig: "Seit Jahren fordern wir, dass der Handel mit Zulassungsunterlagen endlich unterbunden wird." Ein weiterer heikler Punkt ist das Thema Mehrwertsteuer auf Arzneimittel. Mit einem Mehrwertsteuersatz von 20 Prozent nimmt Österreich hinter Dänemark (mit 25 Prozent) die Spitzenposition in Europa ein. Die negativen Folgen: Verzerrungen beim Preiswettbewerb und Abfluss der Kaufkraft. "Wenn in Österreich nicht bald die Mehrwertsteuer auf Medikamente auf den begünstigten Satz von derzeit zehn Prozent gesenkt wird, haben wir das Nachsehen. Es ist dann nur mehr eine Frage der Zeit, bis Forschung und Produktion ins billigere Ausland ausgelagert werden", warnt Geisler.

Unterschiedliche Regeln gelten ab 1. Mai nach wie vor in bezug auf die Erstattungsfähigkeit von Arzneimitteln. "Von den Gesundheitssystemen der neuen Beitrittsländer können wir uns durchaus etwas abschauen", betont der Pharmig-Chef. "In einigen Ländern ist das Versorgungssystem schon liberalisierter als bei uns, ein so überreguliertes Gesundheitssystem wie das österreichische hat Seltenheitswert."

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