ÖAMTC testete Kinder-Radhelme: Billiger ist nicht gleich schlechter

Elf Modelle geprüft: Sicherheit insgesamt gut, Komfort und Handhabung verbesserungswürdig

Wien (ÖAMTC-Presse) - 867 Kinder bis fünfzehn Jahre verunglückten 2003 bei Fahrradunfällen auf Österreichs Straßen, fünf kamen dabei ums Leben. "Kein einziges der getöteten Kinder hat einen Fahrradhelm getragen. Dabei lässt sich mit Helm das Verletzungsrisiko am Kopf um ein Vielfaches verringern", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Der ÖAMTC hat - rechtzeitig zum Start in die Radsaison - elf Fahrradhelme für Kinder getestet. Sieben Modelle wurden mit "sehr empfehlenswert" und vier mit "empfehlenswert" bewertet. Der Blick auf die Preise zeigt: Billigere Helme schneiden nicht schlechter ab.

Der Alpina Torro MTB ging als Sieger hervor. Zweiter wurde der Krauter Knox-TR Sportivo. Der Testsieger ist einer der teuersten Helme, der Zweitplatzierte einer der billigsten. Am Ende des Feldes ist mit dem GRIZZLY Sprint MTB ein Modell aus dem mittleren Preissegment. Alle getesteten Helme kosten im Handel zwischen 15 und 54 Euro.

Die Sicherheit der Helme war das wichtigste Kriterium: Mit Schlagprüfungen im Stirn- und Hinterkopfbereich wurde die Stoßdämpfung der Helme bei einem Aufprall untersucht. Zwei Helme erreichten die Bestnote "sehr gut" - der Gesamtsieger Alpina Torro MTB und der Gesamtverlierer GRIZZLY Sprint MTB. Kerbl: "Zwar waren beim GRIZZLY die Werte der Schlagprüfung sehr gut, bei anderen Prüfungen fiel der Helm aber glatt durch." Als einziger Helm hat er den Abstreiftest nicht bestanden: "Der Helm darf sich bei geschlossenem Kinnband nicht nach vorne über den Kopf ziehen lassen. Nur ein Helm, der beim Sturz auf dem Kopf bleibt, kann seine Funktion erfüllen", erläutert Kerbl. Bei keinem getesteten Modell war die Erkennbarkeit bei Nacht gut.

Bei der Bewertung von Handhabung und Komfort hatten die Kinder (im Alter von fünf bis acht Jahren) als Probanden das Sagen: Drehregler zum Einstellen der Kopfgröße wurden gegenüber Schiebereglern bevorzugt. Steckverschlüsse des Kinnriemens mit Drucktaste haben die Kids schlechter beurteilt als solche mit seitlichen Drucktasten. Kerbl: "Helme, die man vernünftig handhaben und einstellen kann, werden von den Kindern akzeptiert." Das Gewicht der Helme ist stark unterschiedlich, die Hersteller nehmen es außerdem mit der Gewichtsangabe nicht genau. Die Gebrauchsanweisung ist bei keinem der getesteten Helme gut.

"Bei der Sicherheit haben alle Helme ein insgesamt gutes Niveau erreicht, bei der Handhabung sind Verbesserungen möglich und notwendig", bilanziert Kerbl. "Hier müssen die Hersteller noch an ihren Produkten arbeiten."

Die Ergebnisse aller getesteten Radhelm-Modelle unter:
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ÖAMTC-Tipps für den Fahrradhelm-Kauf

Die Karosserie des Radfahrers ist seine eigene Haut, das Fahrrad selbst bietet keinen Schutz. Einzig der Fahrradhelm kann bei einem Unfall die Folgen mindern. "Umso wichtiger ist der Kopfschutz bei Kindern, weil sie beim Fahrradfahren ein höheres Unfallrisiko haben", sagt Kerbl. Fünf Tipps für den Kinder-Radhelm-Kauf:

  • Das Kind zum Kauf unbedingt mitnehmen. Trotz vieler Einstellmöglichkeiten passt nicht jeder Helm zu jedem Kopf. Das Modell unbedingt vorher probieren.
  • Auf das Prüfzeichen EN1078 achten, dann ist ein gewisses Sicherheitsniveau bereits gegeben.
  • Der Helm soll mit reflektierenden Aufklebern versehen sein. Helles Farbdesign ist zu bevorzugen.
  • Helmschlösser sollten durch Laschen so abgedeckt oder gestaltet sein, dass beim Schließen die Haut nicht gezwickt wird.
  • Die Optik spielt für die Kleinen eine große Rolle. Der Helm muss dem Kind gefallen, nur so setzt es die neue "coole" Kopfbedeckung auch gerne auf.

"Hat ein Fahrradhelm bei einem Sturz seinen Dienst getan, muss er getauscht werden, auch wenn mit freiem Auge oft keine Schäden erkennbar sind", sagt Kerbl.

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