Stellungnahme der ÖIAG zum offenen Brief der AK vom 26. April sowie zur allgemeinen öffentlichen Diskussion im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung der VA Technologie AG

Wien (OTS) -

  • ÖIAG begrüßt Kapitalerhöhung zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit der VA TECH
  • Mitziehen an Kapitalerhöhung lt. Privatisierungsauftrag nicht vorgesehen
  • Gerüchte um Absprachen und Zerschlagung des Konzerns werden entschieden zurückgewiesen

Die ÖIAG sieht ihre Hauptaufgabe bei der VA TECH darin, eine solide Basis für die weitere Entwicklung der Gruppe zu schaffen. Die geplante Kapitalerhöhung soll dabei eine verbesserte Bilanzstruktur sicherstellen, damit die VA TECH aus eigener Kraft ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit steigern kann.

Bei der ordentlichen Hauptversammlung der VA TECH am 29. April 2004 soll noch keine definitive Erhöhung des Grundkapitals beschlossen, sondern der Vorstand ermächtigt werden, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates der VA TECH um max. 50 % des derzeitigen Grundkapitals zu erhöhen. Damit wird dem Vorstand der VA TECH ein Instrument gegeben, flexibel auf dem Kapitalmarkt reagieren und bei günstigen Voraussetzungen kurzfristig eine Kapitalerhöhung bis zum genehmigten Ausmaß durchführen zu können.

Die ÖIAG befürwortet grundsätzlich diese Zuführung von Eigenkapital an die VA TECH und wird bei der Hauptversammlung für die Einräumung eines genehmigten Kapitals stimmen.
Ob, wann und inwieweit von dieser Ermächtigung konkret Gebrauch gemacht wird, obliegt den Organen der VA TECH, nämlich dem Vorstand und dem Aufsichtsrat dieser Gesellschaft. Die ÖIAG kann daher zur Frage, ob sie von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen wird, erst nach Bekanntgabe aller Details dieser Kapitalerhöhung Stellung nehmen.

Jedenfalls spricht der für spätestens 2006 vorgesehene Privatisierungsauftrag der Bundesregierung bezüglich VA TECH und die sich aus dem ÖIAG-Gesetz ergebenden Verpflichtungen der ÖIAG gegen ein Mitziehen der ÖIAG. Aber auch die Kursentwicklung der VA TECH-Aktie seit der Abgabe von 9 % durch die ÖIAG im Vorjahr, nämlich der Anstieg von rd. Euro 24,- auf derzeit rd. Euro 42,-, macht einen Wiedereinstieg der ÖIAG aus wirtschaftlichen Gründen schwer nachvollziehbar und würde von den Kapitalmärkten als unverständlicher Zick - Zack - Kurs beurteilt werden.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang - und die ÖIAG wird ihr besonderes Augenmerk darauf legen - dass im Rahmen der anstehenden personellen Veränderungen im Vorstand ein bestqualifiziertes Managementteam sichergestellt wird, das zusammen mit der motivierten Belegschaft die Herausforderungen der Zukunft meistert.

Abschließend hält die ÖIAG fest, dass der aktuelle Privatisierungsauftrag eine Wahrung der österreichischen Interessen vorsieht - so etwa der Erhalt der österreichischen Arbeitsplätze, die Sicherung des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Österreich, Headquarter-Aufgaben sowie Forschung und Entwicklung in Österreich und die Berücksichtigung des österreichischen Kapitalmarkts. Alle Privatisierungskonzepte der ÖIAG werden unter Berücksichtigung dieser gesetzlichen Anforderungen erstellt.

Entschieden zurückgewiesen werden in diesem Zusammenhang auch die im heutigen Kurier geäußerten Kommentare, die ÖIAG bastle an einem Privatisierungskonzept, das den "Kovats Exit" vorsieht. Es liegt weder ein gemeinsames Konzept mit Herrn Kovats vor, noch wird ein Zerschlagungskonzept der VA TECH vorbereitet. Die ÖIAG konzentriert sich derzeit ausschließlich auf oben genannte Aufgaben (Management und Kapitalerhöhung).

Die erfolgreichen Privatisierungen der letzten Zeit haben deutlich bewiesen, dass sämtliche Befürchtungen in Zusammenhang mit Privatisierungen unbegründet waren. Kein einziges der bisweilen skizzierten Horrorszenarien ist bisher eingetreten, kein einziges privatisiertes ÖIAG-Unternehmen hat durch den Verkauf eine negative Entwicklung genommen, ganz im Gegenteil - wie stellvertretend für viele andere die positive Entwicklung der voestalpine beweist.

Die VA TECH hat bereits eine sehr solide Aktionärsstruktur, die sich mit Sicherheit bei einer evtl. Kapitalerhöhung noch verbessern und konsolidieren wird. Es ist keine Rede von Filetierungsabsichten oder einem Verkauf der VA TECH ans Ausland. Es sind vielmehr die positiven Geschäftsaussichten jedes einzelnen der Geschäftsbereiche der VA TECH, die den Markt und die Investoren positiv stimmen.

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Mag. Anita Bauer
ÖIAG Kommunikation
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