Stadlbauer zu neuer Opferhotline: "Bestehenden Opferschutzeinrichtungen soll Wasser abgegraben werden"

Wien (SK) "Mit dem heute von Justizminister Böhmdorfer präsentierten "Notruf für Opfer" bestätigt sich wieder einmal die Befürchtung, dass bestehenden Opferschutzeinrichtungen, die ohnehin ständig ums Überleben kämpfen, sehr wohl das Wasser abgegraben werden soll, so die SPÖ-Abgeordnete und SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Böhmdorfer bezifferte die Mittel für die Hotline, bei der 14 AnwältInnen beschäftigt sind, mit 500.000 Euro für das erste Betriebsjahr. Das Geld kommt laut Justizministerium aus den Mitteln für die Verbrechensopferhilfe, während die bestehenden Einrichtungen ums Überleben kämpfen. "Justizminister Böhmdorfer wird ja auch nicht müde zu betonen, dass es viel zu viele Opferschutzeinrichtungen gibt, dass er sie jedoch wegen langfristiger Verträge nicht abschaffen kann", so Stadlbauer. ****

"Böhmdorfer wirft indirekt immer wieder MitarbeiterInnen der Opferschutzeinrichtungen Inkompetenz vor, indem er ständig nur Rechtsanwälte als kompetenteste Auskunftspersonen für Opfer bezeichnet", kritisierte Stadlbauer die Praxis Böhmdorfers, permanentes Lobbying für seine Berufsgruppe zu betreiben und Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und Juristinnen von Opferhilfeeinrichtungen damit zu diskreditieren.

"Böhmdorfer möchte mit der Einrichtung Opferhotline und auch dem angekündigten Opferfonds alles zentralisieren und in seinem Bereich ansiedeln. Er negiert damit die Tatsache, dass es Einrichtungen vor Ort braucht, die sich um die Opfer kümmern und wohin die Helplines Opfer vermitteln können. Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit den verschiedensten Einrichtungen ist wichtig und würde auch bestens funktionieren, wenn man sie nicht finanziell und personell aushungern würde. Jedoch Böhmdorfer setzt seinen bekannten Weg, der sich schon bei der Strafprozessreform, beim Opferfonds und jetzt mit der Opferhotline gezeigt hat, fort: "Geholfen wird Rechtsanwälten, nicht den Opfern", so Stadlbauer abschließend. (Schluss) /mm

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