MAX REINHARDT UND ÖSTERREICH - Ein ambivalentes Verhältnis

Wien (OTS) - Österreichisches Theatermuseum, 14. Mai bis 19. September 2004

Pressekonferenz am Donnerstag, dem 13. Mai um 11 Uhr im Österreichischen Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, Wien, I

Wie kein anderer veränderte der Weltbürger und leidenschaftliche "Theatermacher" Max Reinhardt (1873-1943) das europäische Theater am Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit visionärer Kraft formte er seine zukunftweisenden Inszenierungen, bei denen Darstellung, Schauplatz und Handlungsgeschehen eine geniale Symbiose bildeten. In diesem Sinne gilt er als Wegbereiter des modernen Regietheaters.

Mit dem Namen des gebürtigen Österreichers, der seine internationale Karriere jedoch von Berlin aus inszenierte, bleiben die Salzburger Festspiele, das Theater in der Josefstadt und das Reinhardt-Seminar als Institutionen bis heute verbunden. Aus der Konfrontation zwischen den fortschrittlichen Ideen und Praktiken des Theaterreformers und den konservativen Ansichten österreichischer Kulturverantwortlicher resultierten jene Divergenzen, die charakteristisch sind für Reinhardts Beziehung zu Österreich: Auf der einen Seite wurde er in seiner tiefen Bewunderung für den Schauspieler wie auch in seinem Verständnis des Theaters als festlichem Ereignis von der österreichischen Kultur geprägt, auf der anderen Seite befremdeten ihn von Anfang an die für Österreich charakteristischen Haltungen - hemmender Bürokratismus, mangelnde Entschlussfähigkeit und zögerliches Akzeptieren neuer Entwicklungen.

Ziel der Ausstellung ist es, diese Ambivalenzen heraus zu arbeiten, die von Anziehung und Verweigerung gekennzeichneten Begegnungen aufzuzeigen und die bis heute unkritische Idealisierung des Verhältnisses zwischen Reinhardt und Österreich zu korrigieren.

Beginnend mit seinen frühen Theatereindrücken, den ersten schauspielerischen Erfahrungen auf Wiener Vorstadtbühnen und am Salzburger Stadttheater, über seine frühen Gastspiele und Großrauminszenierungen in Wien bis hin zu seiner mehrjährigen künstlerischen Tätigkeit bei den Salzburger Festspielen, am Theater in der Josefstadt und am Reinhardt-Seminar, soll anhand von Originalmanuskripten, Bühnenbild- und Kostümentwürfen, Fotos, Kritiken sowie persönlichen Gegenständen ein anschauliches und lebendiges Bild von Reinhardts Theaterarbeit in Österreich von 1890 bis 1937 gegeben werden.

Neben der Max Reinhardt-Ausstellung ist eine kleine Gedenkschau anlässlich der 120. Wiederkehr des Geburtstags von Paul Kalbeck zu sehen. Während der Ära Reinhardt war Paul Kalbeck als ausgezeichneter Regisseur und einfühlsamer Lehrer lange Jahre im Theater in der Josefstadt tätig.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

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