Darabos sieht Führungsdiskussion in der ÖVP

SPÖ geht gestärkt in Europawahlen

Wien (SK) Schön langsam würde sich "der Nebel nach den Bundespräsidentenwahlen lichten" und es zeige sich, dass die Wahlniederlage von Benita Ferrero-Waldner der ÖVP "mächtig in die Glieder gefahren ist" und eine Führungs- und Strategiediskussion innerhalb der ÖVP ausgelöst habe, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures. Die SPÖ gehe auf der anderen Seite nach dem Sieg bei der Präsidentschaftswahl gestärkt in die Europawahlen, der positive Trend zugunsten der SPÖ werde sich fortsetzen, zeigte sich Darabos überzeugt. ****

Die Diskussion innerhalb der ÖVP werde nicht "mit Samthandschuhen und Florett, sondern mit Hacke und Beil geführt", so Darabos. Dabei werde nun vor allem ÖVP-Generalsekretär Lopatka in Frage gestellt, eigentliches Ziel sei aber Kanzler und ÖVP-Obmann Schüssel. "Deftige Worte" würden auch zwischen ÖVP und FPÖ fallen, wobei dieser Streit sogar ins Untergriffige gehe, verwies Darabos auf die verbale Auseinandersetzung zwischen FPÖ-Obmann Haupt und dem niederösterreichischen ÖVP-Landesparteisekretär Karner.

"Der Gipfel der Geschmacklosigkeit" sei jedoch die Aussage von Ferrero-Waldner, dass die "linken Emanzen" schuld an ihrer Wahlniederlage seien, so Darabos. Damit zeige sich wieder einmal, dass Ferrero-Waldner wie bereits vor dem Wahlkampf wieder in Fettnäpfchen tritt. Im Zuge des Wahlkampfes, den Ferrero diszipliniert geführt habe, sei es ihr weitgehend gelungen, Fettnäpfchen auszulassen. Jedoch habe sie mit ihren Aussagen zur Markierung von Stimmzetteln einen "eigenartigen Zugang" zu Fragen der Demokratie und Verfassung offenbart, der sich jetzt fortsetze. Die Wähler hätten es jedenfalls nicht verdient, beschimpft zu werden, stellte Darabos klar.

Als "völlig absurd" bezeichnete Darabos einen Beitrag in den heutigen "Salzburger Nachrichten", wonach Josef Broukal noch vor der nächsten Nationalratswahl Alfred Gusenbauer als SPÖ-Parteivorsitzender ablösen werde. Die SPÖ habe seit dem Jahr 2000 17 Wahlen gewonnen und liege in allen Umfragen klar vorne, betonte der Bundesgeschäftsführer. Unter Alfred Gusenbauer habe die SPÖ wieder ein Zukunftsprogramm entwickelt und frühere Wähler zurückholen können. Die nun los getretene Diskussion sei gerade nach dem großen Erfolg bei der Bundespräsidentenwahl "weder inhaltlich noch strategisch nachvollziehbar", unterstrich Darabos abschließend. (Schluss) ps

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