Internationaler Tag des Gesundheitsschutzes: Gedenken für verunglückte BauarbeiterInnen

GBH: Kranzniederlegung beim Gedenkstein in Wien-Favoriten

Wien (GBH/ÖGB). (OTS) - Anlässlich des 4. Internationalen Tages des Gesundheitsschutzes des IBBH (Internationaler Bund der Bau- und Holzarbeiter) wurde heute in Anwesenheit zahlreicher VertreterInnen aus der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) unter Leitung von GBH-Bundessekretär Anton Korntheuer und mit Ehrengästen, u.a. Dir. Univ.Prof. Dr. Norbert Winker von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Alexander Heider vom Arbeitnehmerschutzreferat der Arbeiterkammer (AK) und Dr. Ingrid Reifinger vom Referat Humanisierung, Technologie, Umwelt des ÖGB, beim Gedenkstein für verunglückte BauarbeiterInnen ein Kranz für all jene BauarbeiterInnen , die in Ausübung ihres Berufes ums Leben gekommen sind, niedergelegt. ++++

In seiner Gedenkrede ging GBH-Bundessekretär Anton Korntheuer vor allem auf das menschliche Leid ein, das durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten hervorgerufen wird. Auch auf die enormen volkswirtschaftlichen Kosten, die durch Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen entstehen, und auf Maßnahmen dagegen wurde hingewiesen.

Der Gedenkstein wurde von der Gewerkschaft Bau-Holz gestiftet und im vergangenen Jahr zum Gedenktag für verunglückte Bau- und HolzarbeiterInnen in Wien-Favoriten enthüllt. Gleichzeitig wurde als Symbol für das Leben auch ein Blauglockenbaum gepflanzt.

Ziel dieses Aktionstages des IBBH ist es, weltweit darauf aufmerksam zu machen, welch wichtige Leistungen die BauarbeiterInnen für die Gesellschaft vollbringen und unter welch schwierigen und gefährlichen Arbeitsbedingungen sie das oft tun müssen.
Jedes Jahr kommen weltweit rund 100.000 BauarbeitnehmerInnen bei ihrer Arbeit ums Leben, noch viel mehr Menschen verletzen sich erheblich oder erkranken in ihrem Beruf. Oft fehlt es an den grundsätzlichsten Sicherheitsmaßnahmen.

In Österreich ist - oft auf Initiative der Gewerkschaft Bau-Holz, gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), -vieles geschehen, die Arbeitsunfall- und Berufskrankheitenzahlen konnten deutlich gesenkt werden. So gab es z.B. spezielle Jugendprojekte, es wurden Schutzhelme und -brillen zur Verfügung gestellt, es gab sehr erfolgreiche Initiativen zur Einsetzung eines individuell angepassten professionellen Gehörschutzes und nicht zuletzt wurden auf Initiative der GBH die Gewichte bei Zementsäcken um die Hälfte auf 25 kg gesenkt.
Trotzdem: Jeder Tote, jeder Verletzte ist einer zuviel. Ziel muss es sein, weiterhin und verstärkt Maßnahmen in der Gesundheitsvorsorge und Unfallverhütung zu setzen.

GBH-Bundesvorsitzender Johann Driemer: "Dazu gehört auch unsere Forderung nach der Berücksichtigung von Schwerarbeit im Pensionssystem und einer Vernetzung des Pensionssystems mit dem Gesundheitssystem. Es darf nicht sein, dass sich Menschen in Österreich im wahrsten Sinne des Wortes kaputt arbeiten."

Die Kernforderungen der Gewerkschaft Bau-Holz sind auch Kernforderungen zum Aktionstag des IBBH:
1. Größere Anerkennung der Leistungen der Bauarbeiter in der Gesellschaft
2. Ausbau der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsvorsorge in Zusammenarbeit von AUVA, Sozialpartnern und Betrieben
3. berufsbegleitende Gesundheitsvorsorge für Bauarbeiter als nationale und internationale Aufgabe
4. Vernetzung des Pensionssystems mit der Gesundheitspolitik, Schwerarbeitsregelung

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Gewerkschaft Bau-Holz
Öffentlichkeitsarbeit und Redaktion
Mag. Sonja Schmid
Tel. 01/40147-246
E-Mail: sonja.schmid@gbh.oegb.or.at

ÖGB, 28. April 2004 Nr. 284

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