Rieder: Aufzug-Programm für U-Bahn abgeschlossen

Abschluss mit Inbetriebnahme des neuen Lifts für U1/Taubstummengasse - Finalphase in den Ustrab-Stationen

Wien (OTS) - Das Wiener U-Bahn-Grundnetz mit den Linien U1, U2 und U4 wurde bereits in den 70er-Jahren geplant und dann Schritt für Schritt mit insgesamt 41 Stationen bis 1982 in Betrieb genommen. Für jene 24 Stationen, die damals keinen Aufzug erhalten haben, hat die Stadt Wien Anfang der 90er-Jahre ein umfangreiches Nachrüstungsprogramm gestartet, das nun mit der Inbetriebnahme des neuen Aufzugs in der U1-Station Taubstummengasse abgeschlossen wurde, erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder anlässlich der Inbetriebnahme des neuen Lifts in der U1-Station Taubstummengasse.

Die erste Fahrt mit dem neuen Lift absolvierte Rieder gemeinsam mit Dipl. Ing. Günther Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wiener Linien, Bezirksvorsteherin Susanne Reichard und Dr. Klaus Voget, Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation. Insgesamt investierten die Wiener Linien in das Nachrüstungsprogramm 47 Millionen Euro. 35 neue Aufzüge wurden in den 24 Stationen eingebaut. In vielen Fällen wurden gleichzeitig auch zusätzliche Zugänge zur U-Bahn geschaffen, zum Beispiel auf der Linie U4 in den Stationen Schönbrunn oder Margareten. "Die Aufzüge bedeuten vor allem für Fahrgäste im Rollstuhl, aber auch für Fahrgäste, die schwer zu tragen haben, gehbehindert oder mit einem Kinderwagen unterwegs sind, eine wesentliche Verbesserung", so Rieder und Steinbauer.

Ein weiteres Aufzugs-Einbauprogramm läuft seit 2002 für die sogenannte Ustrab. Das ist die unterirdische Straßenbahnstrecke am Gürtel. Dort, wo es technisch möglich ist, werden auch diese Stationen um moderne Lifte ergänzt. Insgesamt werden sechs Lifte errichtet. Fünf davon wurden bereits eröffnet, mit dem Einbau des letzten neuen Liftes in der Ustrab-Station Matzleinsdorferplatz wird noch heuer begonnen. Die Gesamtkosten für alle sechs Ustrab-Lifte belaufen sich auf rund 3 Millionen Euro.****

Das Nachrüstungsprogramm im Zeitraffer

1995 wurden die ersten nachträglich eingebauten Aufzüge in den Stationen Karlsplatz und Hütteldorf in Betrieb genommen. Zug um Zug wurden in den neun Jahren bis 2004 insgesamt 35 Aufzüge - im Durchschnitt also rund vier pro Jahr - installiert.

Seit der Fertigstellung der Aufzüge in der U4-Station Braunschweiggasse im April 2003 und der Inbetriebnahme der neuen Lifte in der U2-Station Volkstheater im September 2003 sind die Linie U2 und U4 durchgehend mit Liften ausgestattet. Einzige Ausnahme ist die Station Schottenring, die bei der Verlängerung der U2 komplett umgebaut, neu gestaltet und mit den entsprechenden Aufzügen ausgestattet wird.

In der U1-Station Praterstern stehen den Fahrgästen seit kurzem neue Aufzüge zur Verfügung. Mit Inbetriebnahme des neuesten Lifts in der U1-Station Taubstummengasse können nun auch alle Bahnsteige der U1 barrierefrei erreicht werden.

Das Aufzug-Nachrüstungsprogramm im Grundnetz der Wiener U-Bahn ist damit komplett abgeschlossen. Alle nachträglich eingebauten Aufzüge haben eine Gesamt-Hubhöhe von 244,7 Meter. Das entspricht -um einen anschaulichen Vergleich zu wählen - nahezu der Höhe des Donauturms (252 Meter).

Die neuen U-Bahn-Linien U3 und U6 verfügen schon seit ihrer Errichtung an allen Stationen über entsprechende Lifte. Selbstverständlich sind bei allen Stationen der künftig verlängerten U-Bahnlinien U1 und U2 Aufzüge von vornherein eingeplant.

Planungsgrundsätze für den Lifteinbau

Für den Lifteinbau galten genau jene Planungsgrundsätze, die im Zuge des Baues der Linie U3 und U6 generell für Aufzugseinbauten festgelegt wurden. Dazu gehört beispielsweise die aus Sicherheitsgründen erforderliche Transparenz der Aufzugskabinen und Aufzugsschächte. Wichtig war auch, dass die Lifte gut einsehbar und erreichbar sind. Darüber hinaus mussten selbstverständlich auch Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die unter anderem eine ordnungsgemäße Erreichbarkeit der Liftmaschinenräume und sonstige Zugänglichkeit zu Wartungsarbeiten vorschreiben, beachtet werden.

Zwei Grundtypen für die Nachrüstung

Für das Nachrüstprogramm haben sich im Prinzip zwei grundlegende Typen herauskristallisiert. Es gab Stationen, wie beispielsweise auf der U4, im Bereich der ehemaligen Wiental- und Donaukanal - Linie, die einen sehr ähnlichen Typus aufweisen und wo jeweils nur an einem Stationsende ein, meist denkmalgeschütztes, Aufnahmegebäude vorhanden war. Da ein Einbau in die denkmalgeschützten Objekte nicht möglich war, wurde im Zuge der Aufzugsnachrüstung gleich ein zweites komplettes Aufnahmegebäude errichtet, das neben den Liften jeweils auch eine entsprechende Stiegenanlage zusätzlich enthält. Als Musterform für diese Nachrüstung können beispielsweise die Stationen Pilgramgasse, Margaretengürtel, Schönbrunn oder Roßauer Lände betrachtet werden.

Neben diesem Stationstypus gab es - als zweiten grundsätzlichen - jene Stationen, bei denen die Möglichkeit bestand, im Rahmen der bestehenden Stationsbauwerke Lifteinbauten durchzuführen. Diese Lösungen sind überwiegend bei den Nachrüstungen im Bereich der Linien U2 und U1 zum Tragen gekommen. In manchen Einzelfällen, wie beispielsweise bei der Station Donauinsel, mussten überhaupt Speziallösungen gesucht werden.

Im Schnitt wurden pro Jahr 5 bis 6 Millionen Euro in die Liftnachrüstung investiert, wobei der Titel "Aufzugsnachrüstung" nur als Oberbegriff zu verstehen ist. In vielen Fällen wurde durch die Errichtung eines zweiten Aufnahmegebäudes am anderen Bahnsteigende die Erreichbarkeit der Station insgesamt verbessert und das Einzugsgebiet der Station vergrößert. In manchen Fällen - wie etwa bei der Station Rathaus - wurde im Rahmen der Aufzugsnachrüstung eine teilweise Modernisierung bereits sehr veralteter Anlagen durchgeführt.

Neu Lifte für die Ustrab

Seit 2002 werden von den Wiener Linien auch dort, wo es technisch möglich ist, in den Stationen der "Ustrab" - so wird die unterirdische Straßenbahnstrecke am Gürtel genannt - Aufzüge eingebaut. In der Station Matzleinsdorfer Platz stehen den Fahrgästen bereits seit Oktober 2002 zwei Lifte (und zwar Fahrtrichtung stadteinwärts) zur Verfügung. Ein dritter Lift für diese Station (am Bahnsteig der Gegenrichtung) ist geplant. Mit dem Einbau wird noch heuer begonnen. In der Station Laurenzgasse wurden Mitte Oktober 2003 zwei neue Aufzüge in Betrieb genommen. Seit Montag, 19. April 2004, gibt es auch in der Station Eichenstraße - hier halten Züge der Straßenbahnlinien 6, 18 und 62 sowie der Badner Bahn - eine Alternative zum Stiegensteigen. Die beiden neuen Aufzüge führen von den Bahnsteigen direkt an die Oberfläche. Die Kosten für den Einbau der Lifte in den Ustrab-Stationen belaufen sich insgesamt auf mehr als drei Millionen Euro. (Schluss) gaw

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