ÖAMTC: Zukünftig müssen alle Tunnels der EU-Richtlinie entsprechen (Teil 2)

Club hat bereits 150 Tunnels in Europa getestet

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC führt gemeinsam mit seinen europäischen Schwesterclubs seit 1999 in ganz Europa Tunnel-Tests durch. Mit einer Datenbank mit den Ergebnissen von bisher 150 geprüften Tunnels ist dieses Experten-Gremium in der Lage, verlässliche Aussagen über die Sicherheit in den wichtigsten Straßentunnels in Europa zu machen.

Einzig Italien, das wichtigste Reiseland im Süden und gleichzeitig das Land mit den meisten Tunnels, hat bisher den Tunnel-Test verweigert. "Offensichtlich mit gutem Grund. Inoffiziell durchgeführte Tunnelchecks haben schon bei oberflächlicher Prüfung große Mängel gezeigt. In vielen italienischen Tunnels ist Gefahr in Verzug", kritisiert ÖAMTC-Tunnelexperte Matzke.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der österreichischen Tunnelkommission vom Verkehrsministerium und des ÖAMTC hat zu einer für ganz Europa gültigen EU-Tunnel-Richtlinie geführt. Tunnelinspektor Rudolf Hörhan vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: "Innerhalb der kommenden zehn Jahre müssen alle Tunnels laut EU-Richtlinie auf Strecken mit vier Fahrstreifen und hohen Verkehrsaufkommen über zweiröhrige Tunnels verfügen. Gemeinsam mit dem ÖAMTC überwacht das Verkehrsministerium die Sicherheitsstandards neuer Tunnels und die Aufrüstung älterer Anlagen."

Seit dem Jahr 2000 verfolgt die ASFINAG ein spezielles Verkehrssicherheitsprogramm für die heimischen Autobahn- und Schnellstraßentunnels. Die Umsetzung ist dabei bereits sehr weit fortgeschritten. Auch heuer wird die ASFINAG über 100 Millionen Euro in die Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen in Tunnels investieren. "Beim Thema Verkehrssicherheit müssen immer alle Komponenten berücksichtigt werden und da ist es auch immer sehr hilfreich, wenn Tunnel-Tests durch unabhängige Dritte durchgeführt werden. Die ASFINAG wird daher - wie auch in den letzten Jahren - den ÖAMTC-Tunnel-Test weiter unterstützen und gemeinsam mit dem Autofahrerclub nützlich Ideen umsetzen und so versuchen, Autobahntunnels noch sicherer zu machen, als sie bereits jetzt sind", sagt Harald Dirnbacher, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der ASFINAG.

Kampagne für mehr Sicherheit in Tunnels

Gemeinsam mit seinen europäischen Schwesterclubs aus Deutschland, Italien, Spanien, Niederlande, Belgien, Norwegen, Schweiz und Slowenien startet der ÖAMTC noch heuer die europäische Informationskampagne "Sicher durch den Tunnel". Themenschwerpunkte dieser Kampagne sind das richtige Verhalten im Tunnel zur Vermeidung von Unfällen. Aber auch die richtige Reaktion bei Panne, Unfall und Brandfall wird behandelt. Dazu geht noch vor Pfingsten auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/ eine Sonderseite online, auf der man per Mausklick je nach Reiseroute die 50 wichtigsten Tunnels mit sicherheitsrelevanten Angaben abrufen kann. Mit Beginn der Sommerferien wird ein PC-Programm angeboten, dass über Internet oder CD-Rom verfügbar sein wird: Interaktiv kann im virtuellen Tunnel das richtige Verhalten geübt werden. Im September folgt ein Video zum richtigen Verhalten im Tunnel. Für Oktober ist ein großes Tunnel-Symposium geplant, das sich mit der europaweiten Umsetzung der neuen EU-Tunnel-Richtlinie und der Kontrolle durch eine unabhängige Institution beschäftigen wird.

Die detaillierten Ergebnisse des großen ÖAMTC-Tunnel-Tests 2004 und alle bisherigen Tunnel-Tests findet man auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/tests/.

Aviso an die Redaktionen:
Eine Grafikübersicht aller getesteten Tunnels und die Europa-Karte mit den getesteten Tunnels sowie Fotos sind im ÖAMTC-Foto-Service unter http://www.oeamtc.at/presse/ abrufbar.

Aviso an die Hörfunk-Redaktionen:
Ein Audio-Beitrag mit ÖAMTC-Tunnel-Experten Willy Matzke ist auf der APA-Audio-Plattform verfügbar.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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