MEHR AUTOUNFÄLLE MIT SENIOREN

KfV unterstützt Aktion "Mobil sein - mobil bleiben" und fordert kontinuierliche Gesundheitschecks

Wien (OTS) - Senioren haben es im Straßenverkehr nicht immer leicht. Einerseits werden sie von jüngeren ungeduldigen Autofahrern als Belastung wahrgenommen, wenn es darum geht möglichst schnell von A nach B zu rasen. Andererseits nehmen Konzentrationsfähigkeit, Informationsaufnahme und Reaktion mit dem Älterwerden ganz einfach ab. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) empfiehlt daher wiederkehrende Gesundheitschecks, und zwar für alle Kraftfahrer alle zehn Jahre. Ab dem 60 Lebensjahr soll dieser Check jedes fünfte Jahr durchgeführt werden und ab dem 80. jährlich.

Überproportional viele getötete Senioren bei Kreuzungsunfällen

"Ältere Menschen sind keine Raser und sie sind auch kaum unter den Alkolenkern zu finden. Die meisten Unfälle im Straßenverkehr verursachen nicht Senioren, sondern junge Lenker zwischen 18 und 24 Jahren", stellt sich KfV-Direktor Thann vor eine oft zu Unrecht stigmatisierte Altersgruppe. "Senioren sind überwiegend vorbildliche Autofahrer. Ihre altersspezifischen Defizite machen sie durch erhöhte Vorsicht und eine umsichtige und defensive Fahrweise wieder wett." Senioren tragen derzeit noch gering zur Unfallbilanz bei, dennoch steigt auch der Trend zu Unfällen mit älteren Menschen hinter dem Steuer an. Zwar sind Senioren als Fußgänger nach wie vor am gefährdetsten - österreichweit sind mehr als die Hälfte aller getöteten Senioren im Straßenverkehr Fußgänger -, aber auch als Lenker nimmt ihre Unfallhäufigkeit zu: Bei Kreuzungsunfällen im vergangenen Jahr starben überproportional viele Senioren als Lenker. Von insgesamt 90 getöteten Lenkern waren 25 Senioren - das sind knapp 28 Prozent.

Fehlsichtigkeit und Krankheiten verantwortlich für Unfälle

"97 Prozent aller Unfälle passieren durch menschliches Versagen, unter anderem ausgelöst durch Fehlsichtigkeit oder andere Krankheiten. Die vom KfV geforderten gesundheitlichen Kontrollen beinhalten ein Rundum-Service unter anderem für Auge und Ohr und erhöhen das eigene Sicherheitsempfinden auf der Straße. Mobilität braucht kein Ablaufdatum", erklärt Thann. Rund zehn Prozent der Österreicher leiden unter Sehleistungsmängeln. Obwohl das Auge das zentrale Instrument des Autofahrers ist und die Sehschärfe den Fahrkomfort erheblich erhöht, haben nicht alle einen entsprechenden Eintrag im Führerschein.

Kostenloser Leistungscheck: Senioren erzielen gute Ergebnisse

Beim Tag der offenen Tür im Fahrsicherheitszentrum Melk im Rahmen der Aktion "Mobil sein - mobil bleiben" von ÖAMTC und KfV können Interessierte unter anderem fürs erste ihre Leistung checken. Reaktion, Geschwindigkeits-Distanz-Schätzung, Orientierungsleistung und Konzentration stehen auf dem Prüfstand der Psychologen von Drive, Sicherheitsservice GmbH - kostenlos und unverbindlich. Drive-Psychologe Dr. Heinz Michalke zerstreut Befürchtungen, dass Senioren die Tests womöglich "nicht bestehen" würden: "Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Qualität der Leistung in punkto Reaktionssicherheit bei Senioren, die sich der Untersuchung freiwillig unterziehen, zum Grossteil überraschend gut ist! Auch beim Schätzen von Distanzen und Geschwindigkeiten sind Senioren nicht zwangsläufig benachteiligt, sondern können ihre Erfahrung häufig gut nutzen." Einer Mobilität ohne Ablaufdatum sollte damit nichts im Wege stehen.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
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