GLOBAL 2000 und Greenpeace fordern gentechnikfreie Regionen in EU

Heute Tagung und Demo für gentechnikfreie Regionen in Linz

Wien/Linz (OTS) - Angesichts des de facto 'Aus' für das EU-Gentech-Moratorium forderten die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace heute die Regionen und Politiker Europas auf, gentechnikfreie Regionen zu beschließen. Anlass dafür war die heute, Mittwoch 28.4.2004, im Linzer Landhaus stattfindende internationale Tagung zum Thema "Gentechnikfreie Regionen in Europa". Vor der Konferenz im Linzer Landhaus demonstrierten GLOBAL 2000 und Greenpeace gemeinsam mit europäischen Organisationen für eine Zukunft ohne Gentechnik am Feld und im Essen.

"Trotz massiver wissenschaftlicher Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Gentech-Pflanzen für Mensch und Umwelt ist das EU-Gentech-Moratorium nun de facto gefallen. Die Menschen lehnen Gentech-Food und den Anbau von Gentech-Pflanzen aber mit großer Mehrheit ab. Deshalb ist die Initiative für gentechnikfreie Regionen jetzt von größter Bedeutung. Wenn sich viele Regionen in Europa dieser Initiative anschließen, wird die EU-Kommission einsehen müssen, dass sie nicht gegen die Interessen der Bevölkerung Politik machen kann", erklärten GLOBAL 2000 und Greenpeace.

Greenpeace fordert alle österreichischen Politiker auf Bundes- und Landesebene auf, dem oberösterreichischen Beispiel zu folgen und Gentech-freie Zonen mit Gentech-Anbauverboten als sofortige Schutzmassnahme vor der heranrollenden Gentech-Lawine zu beschließen. "Die derzeit existierenden Pläne der 'Bund-Länder Arbeitsgruppe' zum Thema Koexistenz von Gentech- und Gentech-freier Produktion, die sich im wesentlichen am Kärntner Entwurf für ein Gentechnik-Vorsorgegesetz orientieren, sind ungeeignet, Mensch und Umwelt ausreichend vor den Gentech-Gefahren zu schützen", betonte Susanne Fromwald, Molekularbiologin von Greenpeace. "Nach kritischen Stellungnahmen der EU-Kommission, die nicht rechtsverbindlich sind, wollen nun sowohl Kärnten als auch Salzburg ihre geplanten Vorsorge-Gesetze weiter verwässern - anstatt den maximalen Handlungsspielraum auszureizen. Das ist ein völlig unverständlicher und voreiliger Kniefall vor der Gentech-hörigen EU-Kommission. Besondern jetzt brauchen wir mutige Politiker, die bereit sind, den Schutz unserer Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion notfalls auch beim Europäischen Gerichtshof durchfechten."

"Die EU-Komission versucht, gentechnikfreie Zonen mittels Pauschalverbot als unzulässig und nicht wissenschaftlich begründet abzutun, um einen möglichst großflächigen Anbau von Gentech-Pflanzen in Europa durchzusetzen. Gleichzeitig stellt die EU-Kommission pauschale Freibriefe für Gentech-Pflanzen aus, die auf völlig unzureichenden Sicherheitsüberprüfungen basieren. Deshalb ist eine Allianz der Vernunft, wie es die gentechnikfreien Regionen Europas heute demonstrieren, so wichtig" erklärte Werner Müller, GLOBAL 2000-Gentechexperte und Risikoforscher der Firma Eco-Risk im Rahmen der heutigen Tagung. GLOBAL 2000 setzt sich daher für die Einrichtung eines offiziellen Büros der gentechnikfreien Regionen in Brüssel ein, um die Interessen der gentechnikfreien Regionen zu bündeln und gegenüber der EU-Kommission zu vertreten. Die Finanzierung des Büros soll durch die Regionen erfolgen. "Solange die EU Gentechnik Zulassungen erteilt, ohne profunde wissenschaftliche Studien einzufordern, solange keinerlei Langzeitstudien über die Wirkungen von gentechnisch veränderten Substanzen erforderlich sind, solange müssen die Regionen die Möglichkeit nutzen, sich vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen", so Müller abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000, Simone Bräuer, Andreas Baur,Telefon: +43/1/812 57 30-26 oder 18,
Greenpeace, Mag. Susanne Fromwald, 0664-612 67 06

www.global2000.at
www.greenpeace.at/gentechnik.html

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001