Schüssel: Kunst der Nachbarschaft ist auch die Kunst als Nachbar zu leben - Friedensprojekt Europa wird jetzt Wirklichkeit

Eröffnung des Kunstprojektes "EU & YOU" durch Bundeskanzler Schüssel und Staatssekretär Morak am Wiener Südbahnhof

Wien (OTS) - Anlässlich der bevorstehenden EU Erweiterung eröffneten heute Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Kunststaatssekretär Franz Morak im Beisein der slowenischen Kulturministerin Andreja Rihter, der ungarischen Staatsekretärin Marta Schneider und dem Wiener Stadtrat Andreas Mailath Pokorny sowie dem Finanzvorstand der ÖBB, Erich Söllinger, am Wiener Südbahnhof die von Peter Weibl kuratierte Ausstellung "EU & YOU. Kunst der guten Nachbarschaft".

In seiner Eröffnungsrede ging Bundeskanzler Wolfgang Schüssel auf die Bedeutung von Kunst als Medium für die Verständigung zwischen den Menschen ein. Schüssel: "Kunst kann uns nachdenklich aber auch erfreulich stimmen. Daher ist diese Ausstellung bewusst nicht in einem Eliteraum oder einer Galerie inszeniert worden, sondern sucht die Begegnung mit den Menschen an einem Ort, der Begegnung nahezu erzwingt." Der Kanzler betonte "die Mehrdeutigkeit des Ausstellungstitels "Kunst der Nachbarschaft", der einerseits die Präsentation von Künstlern aus der Nachbarschaft umfasse: "Es ist wichtig diese Nachbarn auch kennen zu lernen. Aber "Kunst der Nachbarschaft" bedeutet auch, die Kunst als Nachbar zu leben. Gerade das ist in Europa mit seinen Kriegen und Auseinandersetzungen zwischen Ethnien, Sprachgruppen und Ideologien nicht immer selbstverständlich gewesen. Daher ist es großartig, dass in weniger als 100 Stunden das Friedensprojekt Europa jetzt Wirklichkeit wird", so der Bundeskanzler. Das sei auch für Österreich wichtig, denn "nun rücken wir vom Rand ins Zentrum Europas". Schüssel warnte aber davor, Europa als "selbstfunktionierendes Projekt" aufzufassen. "Wir müssen erst den Beweis erbringen, dass wir in diesem neuen Europa ohne einen Hegemon, ohne politische Bevormundungen zu leben verstehen. Das ist die Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen."

Staatssekretär Franz Morak wies auf den Stellenwert der Kulturpolitik im neuen Europa hin. "Jene Grenzen, die noch bis vor Kurzem als undurchdringbar galten, sind nun offen geworden. Es bildet sich ein neues Europa in einer Art work in progress, aber wir kennen das Enddesign noch nicht. Europa ist offen und nicht finalisiert". Dass Bahnhöfe als Ausstellungssorte gewählt wurden, so Morak weiter, sei nicht zufällig. "Das ist die Metapher dieses Projektes. Wir sind auf der einen Seite schon abgefahren ohne aber auf der anderen Seite schon angekommen zu sein. Das ist auch eine Metapher, die für Europa und seine Politik gütig ist. Und in diesem Transformationsprozess, in dem sich Europa heute befindet, hilft uns die Kunst zur Selbstbestimmung", so der Staatssekretär. Wir haben ein den letzten Jahren bewusst eine Kulturpolitik der Offenheit zu unseren Nachbarn betrieben. Das hat sich gelohnt, wie diese Ausstellung, die an 7 Bahnhöfen in 5 Ländern gleichzeitig stattfindet, beweist, betonte Morak. Ausdrücklich bedankte sich Kunststaatssekretär Morak bei den Sponsoren des Projektes, der ÖBB, der Telekom Austria und der Wiener Städtischen, die zur Ermöglichung des Projekts wesentlich beigetragen haben.

Peter Weibel betonte, dass die Ausstellung ganz bewusst im öffentlichen Raum stattfindet, denn "nicht das Museum, sondern der Bahnhof ist der ideale Ausstellungsrot für diese kulturellen Nomaden der Nachbarschaft Hier findet die direkte Konfrontation statt, im Idealfall, so Weibel würden die Kunstobjekte vom Publikum erobert", der als Beispiel die Skulptur von Boris Podrecca nannte, die bereits Schülerinnen und Schülern als Sitzgelegenheit dient.

"Wir alle, die in der EU eingebunden sind, haben gelernt, dass ein Waggon nichts bedeutet, wenn nicht die ganze Zugkomposition gut zusammengestellt ist. So ist es auch mit Europa," nahm die slowenische Kulturministerin Andreja Rihter in ihrer Rede die Metapher des Bahnhofes auf. Die ganze Vielfalt des gegenwärtigen Prozesses lasse sich am besten gerade in Form eines Weges, einer Reise, die in verschiedensten Bahnhöfe Station macht, veranschaulichen, betonte die Ministerin in ihrer Rede.

Folgende Künstlerinnen und Künstler stellen aus:
Slowenien: Marina Grzinic, Künstlergruppe IRWIN, Aina Smid; Ungarn:
Márton Fernezelyi, Tibor Gáyor, Dóra Maurer, Zoltán Szegedy-Maszák; Slowakei: Erik Binder, Lucia Nimcová; Tschechische Republik: Ivan Kafka, Jiri Suruvka; Österreich: Eva Eszter Bodnár, Peter Pongratz;

Die Ausstellungen sind in den Bahnhöfen ab heute in Wien Süd, Brno, Bratislava, in Graz und Szombathely (ab 28.4.) sowie Villach und Ljubljana (ab 29.4.) bis 31. Mai zu sehen.

Weitere Informationen unter der mehrsprachigen website www.euandyou.net.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katharina Stourzh
Staatssekretariat für Kunst und Medien
Tel.: +43/1/531 15-2889
katharina.stourzh@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SKM0001