"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Programmierte Turbulenzen" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 28.04.2004

Wien (OTS) - Der nächste Bundespräsident steht fest, aber der Wahlkampf geht unvermindert weiter. In gut sechs Wochen, am 13. Juni, werden wir über Österreichs EU-Abgeordnete in Brüssel abstimmen. Alle Parteien außer den Grünen sind angeschlagen. Unter Erfolgszwang steht vor allem die ÖVP. Der demonstrative Jubel der "Benita"-Anhänger(innen) nach der Niederlage ihrer Kandidatin war peinlich genug. Jetzt wird munter gestritten, ob die Landesorganisationen genug für sie getan haben oder ob etwa die Wahlempfehlung Jörg Haiders am Misserfolg schuld war.
In schweren Turbulenzen steckt aber auch die SPÖ - genauer gesagt:
Parteichef Alfred Gusenbauer. Die Partei steht trotz des Sieges von Heinz Fischer nicht hinter ihm, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er abgelöst wird. Der Streit über die Listenplätze der EU-Abgeordneten und die höchst unfreiwillige Kür von Josef Broukal zum stellvertretenden SP-Klubobmann sprechen Bände über den Zustand der Parteispitze.
Die FPÖ wiederum sucht hektisch nach einem attraktiven Spitzenkandidaten und wird große Mühe haben, wenigstens annähernd an das historisch gute Wahlergebnis von 1999 heranzukommen.
Bei der EU-Wahl geht es deshalb für alle Parteien um mehr als um nur ein paar Abgeordnete, die in Österreich ohnehin kaum jemand kennt. Entsprechende Turbulenzen und eine entsprechend niedrige Wahlbeteiligung sind vorprogrammiert.

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