Frauenhelpline 0800/222 555: Kritik an neuer Hotline für Gewaltopfer

Zwei Helplines mit demselben Angebot kontraproduktiv

Wien (OTS) - Kritik an der neuen, von Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer eingerichteten Gratis-Hotline für Opfer von Gewaltverbrechen, die morgen im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert werden soll, kommt von der Frauenhelpline gegen Männergewalt 0800/222 555. Diese bietet seit fünf Jahren rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenlos und anonym Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt an. "Eine zusätzliche telefonische Beratungseinrichtung mit demselben Angebot ist nicht notwendig", erklärt Maria Rösslhumer, Koordinatorin der Frauenhelpline, die im Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser angesiedelt ist. Stattdessen wäre es notwendig, die bestehende Helpline vertraglich abzusichern und ausreichend zu finanzieren.

Rösslhumer zeigt sich auch irritiert über die Vorgangsweise des Justizministeriums:,"Wir wurden nicht informiert und haben zufällig von der neuen Hotline erfahren." Sie hätte sich gewünscht, dass sich der Justizminister zuerst einen Überblick über die bestehenden Hilfsangebote für Gewaltopfer verschafft. "Es wäre sicher sinnvoll gewesen, Synergien mit der Frauenhelpline 0800/222 555 zu suchen, anstatt eine vollkommen neue Einrichtung zu schaffen", so Rösslhumer.

Die Mitarbeiterinnen der Frauenhelpline sind diplomierte Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen und bieten neben umfassender Unterstützung psychosoziale und juristische Beratung an. Die meisten Gewaltopfer in Österreich haben körperliche oder psychische Übergriffe in der Familie oder in der Beziehung erlebt. Laut Schätzungen ist jede fünfte Frau von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Maria Rösslhumer
Frauenhelpline 0800/222 555
Tel.: 01/544 08 20
maria.roesslhumer@aoef.at

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