EU-Konferenz zur Tiertransporten abgebrochen

VIER PFOTEN: Notwendige Verbesserungen scheitern am Widerstand südlicher Länder

Wien (OTS) - Luxemburg/Wien 27.04.2004: Beim gestrigen Treffen der Agrarminister in Luxemburg lagen die Positionen zu neuen Vorschriften für Tiertransporte weit auseinander. Die irische Präsidentschaft beendete die Sitzung in der vergangenen Nacht, ohne dass eine Einigung erzielt wurde.

In der Europäischen Union wird es vorerst keine schärferen Vorschriften für Tiertransporte geben. "Dringend notwendige Verbesserungen für die Tiere auf Transporten sind wie erwartet am Widerstand der südlichen Länder wie Spanien, Frankreich, Griechenland und Italien gescheitert. Diese Länder weisen zugleich die schlechtesten Berichte der EU Veterinärbehörden in Bezug auf die Umsetzung der geltenden Tiertransportbestimmungen auf", kritisiert Dr. Silvia Wolf, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.

360 Millionen Tiere werden jährlich auf Europas Straßen transportiert. Tagelange Transporte oft ohne Wasser, Futter und mit unzureichender Belüftung bleiben Alltag, obwohl sich die Mehrheit der Europäischen Bevölkerung gegen die langen Tiertransporte ausspricht. Auch das Europäische Parlament hat am 30. März 2004 für Schlachttiere ein Zeitlimit von neun Stunden empfohlen.

In Sachen Tiertransporte gibt es eine Spaltung quer durch die Europäische Union. Während ein Großteil der nördlichen Länder die Transportbestimmungen durchaus verbessern wollen, sperren sich die südlichen Länder, einschließlich Frankreich, gegen jegliche Verbesserungen.

In dieser Pattstellung fordert VIER PFOTEN die Europäische Kommission auf, zumindest die Einhaltung der bestehenden EU-Richtlinie besser zu überwachen und bei Verstößen strenge Maßnahmen zu ergreifen. Denn wie die Europäische Kommission in ihrem Bericht über die Erfahrungen in den Mitgliedsstaaten (COM (2000) 809) festgestellt hat, ist die Nichtbeachtung und unzureichende Kontrolle der EU Gesetzgebung eines der Hauptprobleme.

"Unsere Hoffnung richtet sich nun auf die Ablösung der irischen Präsidentschaft im Europäischen Rat. Ab Juli 2004 werden die Niederlande die Ratspräsidentschaft stellen. Wir fordern schon heute, die neue Tiertransportverordnung in das Arbeitsprogramm aufzunehmen", erklärt Wolf.

VIER PFOTEN hofft, dass unter der niederländischen Präsidentschaft die dringend notwendige Transportzeitbegrenzung von acht Stunden endlich durchgesetzt werden kann.

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