"Weltjournal spezial" im ORF: Global Player Europa

Spezialausgabe im Zeichen der EU-Erweiterung

Wien (OTS) - In einem "Weltjournal spezial" am Mittwoch, dem 28. April 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:

USA/Europa - Die enttäuschte Freundschaft

Die Erweiterung der EU findet an einem Wendepunkt der amerikanisch-europäischen Beziehungen statt. Trotz aller Verständigungsbemühungen seit dem Irak-Krieg ist ein dauerhafter Bruch in den Beziehungen zwischen den historischen Verbündeten nach wie vor möglich, diagnostiziert der Europaexperte der angesehenen Georgetown University, Charles Kupchan, in Washington DC. Die österreichische Botschafterin in New York, Dr. Eva Nowotny, sieht die Supermacht USA in einer Phase der Neudefinition ihrer Rolle. Als verbindende Elemente zwischen dem alten Kontinent und den USA fungieren die Einwanderergemeinden. Sowohl in Little Italy in New York als auch in der einflussreichen polnischen Gemeinde in Chicago ist man stolz auf die stärker werdende Stimme Europas in der Welt. Ein Bericht von Raimund Löw.

Spanien - Der Tod im Urlaubsparadies

Sie kommen heimlich und riskieren ihr Leben: Tausende Afrikaner, die nach Europa wollen, versuchen in einfachen Holzbooten die Passage übers Meer nach Fuerteventura auf den Kanarischen Inseln. Doch immer öfter endet die nächtliche Invasion mit dem Tod im Urlaubsparadies. Hunderte Menschen sollen dort jedes Jahr ertrinken. Seit dem die Straße von Gibraltar strenger kontrolliert wird, ist der kanarische Archipel zum bevorzugten Fluchtziel geworden. Fuerteventura hat mittlerweile das größte Auffanglager für illegale Einwanderer innerhalb Europas. Spanien ist mit der Überwachung der EU-Grenzen überfordert. Auch die Zusammenarbeit mit Marokko, von wo die Flüchtlinge starten, hat bisher keine nennenswerten Ergebnisse gebracht. Ein Bericht von Alexander Steinbach.

Moldawien - Die verlassenen Kinder

Moldawien ist noch lange kein EU-Beitrittkandidat, aber seine Bürger sind schon längst in Europa angekommen. Jeder vierte Moldawier arbeitet im Ausland. Die meisten verdienen ihr Geld illegal in EU-Ländern. Zurück bleiben verwaiste Kinder, die sich allein im ärmsten Land Europas durchbringen müssen. Offizielle moldawische Stellen sprechen von 30 000 Kindern, die von ihren Eltern zurückgelassen wurden. Viele von ihnen landen in tristen Waisenhäusern, wo sie verwahrlosen und keine Zukunftsperspektiven haben. Das "Weltjournal" hat im ärmlichen Süden vier Kinder begleitet, die sich allein großziehen. Ein Bericht von Katinka Nowotny.

Ghana - Die Krümmung der Banane

Hatte die EU bisher sieben Millionen Bauern, so kommen mit der EU-Erweiterung noch einmal 2,8 Millionen dazu. Für afrikanische Länder kein Grund zur Freude, denn die EU-Bauern werden mit hohen Subventionen unterstützt und sind damit im Wettbewerb um den Weltmarkt im Vorteil. In einem Land wie Ghana hängen 70 Prozent der Bevölkerung mit ihrem Einkommen von der Landwirtschaft ab. Ghana würde gerne Ananas, Bananen und Fisch nach Europa exportieren, aber das Regelwerk und die verlangten Standards machen das nur schwer möglich. So wird zum Beispiel bei der Banane eine bestimmte Krümmung und Größe verlangt, die aber wiederum nur mit teuren chemischen Düngemitteln zu erreichen ist. Durch ausgeklügelte Handelsbarrieren verhindert auch die EU, dass sich afrikanische Länder selbst aus der Misere ziehen. Ein Bericht von Steve Bradshaw.

Norwegen - Der Blick auf Europa

Alle finden sein Leben romantisch, so nahe an der Brandung, ausgesetzt dem Wind und den Launen der Natur. Die Rede ist von Rolf Dybwik, einem der wenigen Leuchtturmwärter, die es in Norwegen noch gibt. Sein Job an der Südspitze Norwegens lässt ihm viel Zeit zum Malen, Fotografieren und Philosophieren. Oft kreisen seine Gedanken um Europa und den Sonderweg Norwegens. Zur EU hat er, wie sein Land, stets kritische Distanz bewahrt. Rolf Dybwik ist froh, dass sein Land nicht zum Klub der 25 gehört. Norwegen ist allerdings eines der wohlhabendsten Länder und denkt nicht daran, seine Ressourcen, darunter auch Erdöl, mit dem Rest Europas zu teilen. Ein Bericht von Alexander Steinbach.

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