Tschad: Situation in Flüchtlingslagern spitzt sich zu

Caritas betreut 18.000 Flüchtlinge

Wien (OTS) - Seit Ausbruch der Gewalt im Februar dieses Jahres im Westsudan sind rund 800.000 Menschen in dem Land auf der Flucht. Mehr als 100.000 Flüchtlinge brachten sich im Nachbarland Tschad in Sicherheit, sind dort aber von Hunger bedroht. Rund 10.000 weitere Menschen wurden von arabischen Milizen und der sudanesischen Armee getötet.

Der Kampf um Nahrung im Grenzgebiet von Tschad und Sudan spitzt sich in diesen Tagen dramatisch zu. "Die Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung des Tschad und den sudanesischen Flüchtlingen um die letzten Reste an Essbarem nehmen zu", berichtet Geke Verspui, die sich derzeit im Auftrag der internationalen Caritas vor Ort ein Bild von der Lage der Flüchtlinge verschafft.

Größte humanitäre Katastrophe seit zehn Jahren
In den Tschad haben sich 100.000 Sudanesen vor dem Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Rebellen in der Region Darfur (Westsudan) gerettet. Es handelt sich, so Verspui, um die weltweit größte humanitäre Katastrophe seit zehn Jahren in Afrika. Es fehle an Nahrung, Wasser, Zelten, Decken und Medikamenten. Die Möglichkeiten der Bevölkerung im Tschad, die den Flüchtlingen bereits seit vielen Monaten nach Kräften beistehen, seien erschöpft: In vielen Dörfern kommen auf einen Einheimischen zehn Flüchtlinge. "Wir müssen jetzt helfen, denn in wenigen Wochen beginnt hier die Regenzeit, dann werden die Straßen unpassierbar und wir können keine Hilfsgüter mehr zu den Menschen bringen", erklärt die Caritas-Helferin.

30.000 Euro von der Caritas Österreich
Die Caritas betreut in den Flüchtlingslagern Farchana, Kounougou und Toulum 18.000 der insgesamt 25.000 Flüchtlinge, die in Lagern Zuflucht gefunden haben. Weitere Hilfe für die verzweifelten Menschen ist dringend nötig. Die österreichische Caritas stellt als erste Nothilfe für die sudanesischen Flüchtlinge 30.000 Euro zur Verfügung. "Damit wir in größerem Ausmaß helfen können, brauchen wir Spenden von hilfsbereiten Menschen in Österreich!" appelliert die Leiterin der Katastrophenhilfe der Caritas Österreich, Sabine Wartha.
"Die Katastrophe in Darfur ist durchaus mit dem Völkermord in Ruanda vor zehn Jahren zu vergleichen", meint Sabine Wartha. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte prangert die sudanesische Regierung an, Morde, Vergewaltigungen und Vertreibungen zu unterstützen. Doch leider konnte sich die UNO bisher nicht durchringen, die Verantwortlichen dafür zu verurteilen und mit einer scharfen Resolution gegen die "ethnischen Säuberungen" in Darfur vorzugehen.

Die Caritas bittet um Spenden für die sudanesischen Flüchtlinge. Caritas-Spendenkonto: PSK 7.700.004 Kennwort: Sudan

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