AK: Was gilt beim Einkauf in den EU-Beitrittsländern? (2)

Beim Kauf eines neuen Kleinwagens sind Abgaben und Nebenkosten zu bedenken - Prüfen, ob das Auto gleich ausgestattet ist wie beim Händler in Österreich

Wien (AK) - Wenn ein neuer Kleinwagen aus einem EU-Beitrittsland billiger ist, können Abgaben und Nebenkosten den Preis in die Höhe treiben, sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Die Mehrwertsteuer des Beitrittslandes kommt zwar weg, aber dafür kommt wieder die österreichische Mehrwertsteuer samt der Normverbrauchsabgabe dazu sowie Nebenkosten bei der Einfuhr, zB Transport, Überstellungskennzeichen, Kurzhaftpflichtversicherung. Außerdem gibt es im Osten meist weniger Ausstattung als in Österreich.

Die Autos in den EU-Betrittsländern sind oft unterschiedlich ausgestattet - Modelle und Ausführungen sind nicht immer die selben wie in Österreich und unterscheiden sich oft erheblich. Meist wird viel weniger als in Österreich angeboten, zB keine Klimaanlage.

Zusatzkosten erhöhen den Preis
Die Mehrwertsteuer in den Beitrittsländern wird bei Neuwägen rückerstattet und ist daher vom Bruttoverkaufspreis abzuziehen, sagt Glatz. Die Mehrwertsteuer beträgt in Tschechien 22 Prozent, Slowakei 19 Prozent, Slowenien 20 Prozent, Ungarn 25 Prozent. Achtung: Es gibt auch Abgaben, die bei der Autoausfuhr nicht zurückerstattet werden wie in Ungarn eine "Registrierungsgebühr". Bei der Einfuhr nach Österreich ist dann die österreichische Mehrwertsteuer (20 Prozent) zu zahlen und die Normverbrauchsabgabe (NOVA). Konsumenten dürfen auch nicht die Nebenkosten außer Acht lassen, zB Transportkostenbeiträge, Überstellungskennzeichen, Kurzhaftpflichtversicherung, Reise- und Überstellungskosten.

Schwierige Gewährleistung
Tritt beim Auto ein Mangel auf, gilt auch hier die Gewährleistung von zwei Jahren nach Kauf des Autos: Der Konsument kann vom Verkäufer (Händler) verlangen, dass das Auto repariert oder ausgetauscht wird. Allerdings ist zu beachten, dass nur in den ersten sechs Monaten nach dem Verkauf der Verkäufer die Nachweispflicht hat, dass der Mangel schon beim Verkauf des Autos vorhanden war. Danach hat der Käufer die Beweislast, was unter Umständen zu teuren Sachverständigengutachten führt, warnt Glatz.

Einfacher ist es für den Konsumenten, die Werksgarantie des Herstellers in Anspruch zu nehmen, die er beim Kauf eines Neuwagens bekommt. Auch hier gilt: Er kann zu jeder Reparaturwerkstätte des Herstellers in Österreich fahren. Die Garantien decken in den meisten Fällen nicht alle Gewährleistungsrechte der Konsumenten ab und sind oft kürzer als die gesetzliche Gewährleistungsfrist. Und eine Reparatur ist meist mit zusätzlichen Kosten (Selbstbehalt) verbunden.

SERVICE: Mehr Tipps rund um den Einkauf in den neuen EU-Beitrittsländern unter www.konsumentenschutz.at.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien
Doris Strecker
Kommunikation
Tel.: ( ++43-1)501 65 2677
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0003