AK: Was gilt beim Einkauf in den EU-Beitrittsländern? (1)

Wien (AK) - In vier Tagen wird die EU um 10 Länder erweitert. Die AK gibt Tipps fürs Shoppen in den Beitrittsländern: Billiger wird es im Osten nicht immer sein. Dort, wo der Preis günstiger ist, sind Zusatzkosten und Nachteile, etwa bei Mängeln, zu bedenken, sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Markenprodukte, die es auch bei uns gibt, werden eher teurer sein. Wird eine Ware kaputt, gelten bei der Gewährleistung zwar die gleichen Gesetze wie in Österreich. Aber der Konsument muss wieder ins Ausland, und die Sprache kann eine zusätzliche Hürde sein.

Ab 1. Mai werden Verbraucher also ungeschränkt für den persönlichen Gebrauch einkaufen und einführen können. Es gibt keine Zölle mehr und auch keine Zollkontrollen. Ausnahme sind jedoch Zigaretten, sagt Glatz. Es dürfen nach wie vor nur 25 Zigaretten aus den angrenzenden Beitrittsländern nach Österreich eingeführt werden.

Gewährleistung nur vom Verkäufer im Ausland
Hält das Produkt zu Hause nicht, was beim Einkauf im EU-Ausland versprochen wurde, gilt eine Gewährleistung von zwei Jahren. Der Konsument muss sich allerdings an den Händler, also Verkäufer wenden, wo er die Ware gekauft hat. Ein zusätzliches Problem kann die Sprache werden, erklärt Glatz. Der Händler muss dann das schadhafte Produkt reparieren oder austauschen. Ist das nicht möglich, hat der Konsument einen Anspruch auf Preisminderung, oder er gibt die Ware zurück und bekommt auch das Geld zurück.

Hersteller geben häufig auch eine Garantie, also eine freiwillige Reparaturverpflichtung. Konsumenten kommen hier einfacher zu ihrem Recht, da sie sich in Österreich an eine Filiale oder eine Reparaturwerkstätte des Herstellers wenden können. Die Garantie ist meist kürzer als die Gewährleistungsfrist. Konsumenten sollten auch darauf achten, dass meistens Konsumenten bei einer Reparatur einen Teil der Kosten übernehmen müssen, sagt Glatz. Ausgetauscht wird die Ware nur selten, Preisminderung oder Ware zurück, Preis zurück gibt es so gut wie nie.

Mühsamer Rechtsweg
Wenn es Probleme gibt, und der Verkäufer lenkt nicht ein, bleibt oft nur der Weg der Klage. Bevor geklagt wird, sollte jedoch eine Konsumentenschutzeinrichtung kontaktiert werden, zB die Europäische Verbraucherberatung im Verein für Konsumenteninformation (VKI) unter der Telefonnummer 0810 810 224, Montag bis Freitag 9 bis 15 Uhr oder per E-Mail: www.eurokonsument.at.

Kommt es trotz Mithilfe der Konsumentenschutzeinrichtung zu keiner zufriedenstellenden Lösung, bleibt dem Konsumenten nur die Klage. Er muss sich jedoch im Klaren sein, dass Klagen immer mühsam und kostspielig sind. Geklagt werden muss der Verkäufer in den meisten Fällen in seinem Heimatland, also in den neuen Beitrittsländern. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Falls sich der Verkäufer direkt über Werbung, Flugblätter, Briefe, etc an den österreichischen Konsumenten gewendet hat, dann hat er das Recht, den ausländischen Händler an seinem österreichischen Wohnort zu klagen.

(Forts.)

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