Wiener Grüne lehnen Pooh-Bags für Fiaker ab

Sommer-Smolik: "Echter Schildbürgerstreich"

Wien (Grüne) - "Diese Vorschrift ist ein echter Schildbürgersteich der Stadtverwaltung und außerdem von den Aspekten des Tierschutzes her umstritten", kritisiert Claudia Sommer-Smolik, Tierschutzsprecherin der Wiener Grünen den Entwurf zur Änderung des Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetzes, der heute auf der Tagesordnung des Wr. Landtages steht. Im Gutachten der veterinärmedizinischen Universität, auf dass sich Stadtrat Schicker zur Beurteilung der Tiergerechtheit beruft, ist nämlich der Hinweis zu finden, dass die Funktionstüchtigkeit und damit auch die Tiergerechtheit nur aufgrund der "gutwilligen Mithilfe" seitens der Kutscher gewährleistet ist. Gerade diese wird aber nicht gegeben sein, da die Kutscher die Einführung der Exkremententaschen ablehnen. Werden die Exkremententaschen nicht sorgfältig angelegt, kommt es zu Verletzungen der Pferde durch Wundscheuern. Das erwähnte Gutachten weist darauf hin, dass die Pferde an die Vorrichtungen gewöhnt werden müssen, um ein Ausschlagen oder Durchgehen zu verhindern. "Durch die Vorschrift der Exkremententaschen wird also auch ein zusätzliches Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr geschaffen", sagt Sommer-Smolik.

Grundsätzlich - so Sommer-Smolik weiter - sollte die Wahlfreiheit für die Konzessionsinhaber, wie sie Verunreinigungen der Straßen durch Pferdemist verhindern (Exkrementtaschen oder Reinigungsdienst), weiterhin bestehen bleiben. Die verpflichtende Einführung der Exkrementtaschen ist deshalb überflüssig, weil die Fiakerunternehmungen einen eigenen Reinigungsdienst beauftragt haben.Weiteres Problem: Besonders belastend für die Tiere ist das Stehen in der prallen Sonne, was zu Unfällen, die durch Hitze-Kollaps von Pferden verursacht werden, führen kann. Die Wiener Fiaker-Standplätze bieten an heißen Sommertagen nicht ausreichend Schatten für die Pferde.

In der heutigen Landtagssitzung bringen die Wiener Grünen daher einen Antrag ein, um in Zukunft ausreichend beschattete Fiaker-Standplätze zu gewährleisten und die Wahlfreiheit der Konzessionsinhaber zu gewährleisten. "Wir freuen uns über Fiaker in der Stadt und gerade deshalb ist es wichtig, dass Tierschutz- und Sicherheitsaspekte in den betreffenden gesetzlichen Vorschriften ausreichend berücksichtigt werden", so Sommer-Smolik abschließend."

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