GPA-Frauen: Frauenbedürfnisse müssen bei der Gesundheitsreform berücksichtigt werden

Bundesweite Aufklärungskampagne der GPA-Frauen

Wien (GPA/ÖGB) (OTS) - Die GPA-Frauen starten unter dem Titel:
"Doppelt belastet. Doppelt gefährdet" eine offensive Aufklärungskampagne in ganz Österreich, um über die spezifische Betroffenheit von Frauen zu informieren und Lösungen anzubieten. Für ein spannendes Rahmenprogramm u.a. mit speziellem Beratungsangebot für Frauen ist gesorgt.++++

Frauen sind aufgrund ihrer spezifischen Situation in Beruf und Gesellschaft anderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt als Männer. Schließlich bestimmen Arbeitsplatzbedingungen und Lebensweise über Gesundheit oder Krankheit. "Die GPA-Frauen treten daher für eine Gesundheitspolitik ein, welche die Bedürfnisse und Interessen von Frauen im Gesundheitssystem berücksichtigt", so GPA-Bundesfrauensekretärin Sandra Frauenberger.

Gerade berufstätige Frauen sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Gesundheitsrisiken für Frauen sind Stress am Arbeitsplatz, Zeit und Leistungsdruck durch Vereinbarkeit von Arbeitszeit und Familie sowie niedriges Einkommen. "Die meisten Untersuchungen über Belastungsfaktoren konzentrieren sich entweder auf den privaten oder auf den beruflichen Bereich. Doch gerade bei Frauen sind diese beiden Bereiche eng miteinander verknüpft. Wesentliche Faktoren, wie Stress und Überforderung durch Doppel- und Mehrfachbelastungen, werden daher in der Gesundheitsproblematik bisher völlig ungenügend berücksichtigt", so Frauenberger.

Vor allem Frauen mit sozial benachteiligten Lebensbedingungen weisen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko auf. Einfach gesagt: Armut macht krank. Unter armen oder armutsgefährdeten Personen ist der Frauenanteil auffällig hoch. Frauen mit geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, in Teilzeit oder Alleinerzieherinnen sind besonders stark betroffen.

Die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung zur Gesundheitsreform, vor allem die geplanten finanziellen Mehrbelastungen in Form von Selbstbehalten treffen Frauen besonders hart. Zahlen belegen, durch Selbstbehalte im Gesundheitssystem verdoppelt sich die Benachteiligung von Frauen. "Die Finanzierung unseres Gesundheitssystems darf nicht zu Lasten der Frauen gehen. Es gibt viele Möglichkeiten, das System effizienter zu gestalten. Weitere Selbstbehalte einzuführen würde Frauen unverhältnismäßig stark treffen", kritisiert Sandra Frauenberger die Vorhaben der Bundesregierung. Frauen verdienen schließlich immer noch um ein Drittel weniger als Männer, in der Pension werden Mehrbelastungen für Frauen fast unleistbar.

"Gesundheit muss für Frauen leistbar sein, Qualität der Versorgung darf keine Frage des Einkommens sein und Vereinbarkeit von Beruf und Familie darf nicht Erkrankungsrisiko für Frauen bleiben", weist Sandra Frauenberger auf die Positionen der GPA-Frauen hin. Die GPA-Frauen setzen vor allem bei der betrieblichen Gesundheitsförderung für Frauen, der effizienten Gestaltung des Gesundheitssystems durch Qualitätskriterien und dem Schaffen entsprechender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen an.

Veranstaltungskalender mit Programm und Info-Folder unter www.gpa.at/frauen

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ÖGB, 27. April 2004 Nr. 274

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