Wahlkampfabschluss 3: Fischer - Chance, dass "wir den Gipfel als Erster erreichen, ist sehr gut"

"Nicht auf Wahlempfehlungen, auf die besseren Argumente kommt es an"

Wien (SK) SPÖ-Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer machte auch bei seiner Abschlussveranstaltung im Museumsquartier Freitag Abend klar, dass er bis zum letzten Tag um jede Stimme kämpfen wird:
"Ich glaube immer noch, dass es knapp sein könnte und man sich auch am Tag vor der Wahl nicht auf die faule Haut legen darf. Daher werden wir uns auch morgen anstrengen, damit es am Sonntag ein gutes, erfreuliches, ein rot-weiß-rotes Wahlergebnis wird." Fischer zeigte sich allerdings sehr optimistisch, er hofft auf "50 plus x" für sich:
"Ich weiß, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben darf, aber die Chance, dass wir als erste auf dem Gipfel sind, diese Chance ist sehr groß." ****

Fischer sprach sich vor den rund 2000 Besuchern für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Neutralität aus: Österreich habe im Laufe der Geschichte durch Krieg und ähnliche Katastrophen genug gelitten - deshalb werde er nicht zulassen, dass die Neutralität einfach vom Tisch gewischt, kaputt gemacht oder in die Hälfte geschnitten wird.

Wahlempfehlungen seien ihm "nicht so wichtig", betonte Fischer: "Ich habe mich nicht um Wahlempfehlungen von Parteien beworben, ich bewerbe mich um die Zustimmung von Frauen und Männern, die haben wollen, dass die soziale Gerechtigkeit nicht an den Toren der Hofburg Halt macht, die einen Hüter des demokratischen Systems wollen, jemanden, der Erfahrung hat und ihnen Sicherheit gibt." Er habe im Laufe des Wahlkampfes viel gelernt, viel mit den Menschen gesprochen, viele Erinnerungen aufgefrischt, viel Vertrautes und viel Neues vorgefunden - und er habe gelernt, dass es nicht auf Wahlempfehlungen ankomme, sondern auf die besseren Argumente.

Rückblickend auf die Wahlauseinandersetzung zeigte sich Fischer "stolz, dass von meiner Seite nicht die Frage der Manner-Schnitten in die Wahlauseinandersetzung getragen wurde, sondern die Frage bestimmter Werte". Sein Slogan "Politik braucht ein Gewissen" ist aus der Sicht von Fischer "keine rechthaberische Festlegung", sondern eine Kurzformel, in die "viel hineingepackt" sei. Nämlich dass "wir nicht selbstzufrieden sein dürfen, dass wir uns klar sein müssen, dass es Menschen gibt, die von der Politik enttäuscht sind, und dass wir uns um mehr Fairness und Gerechtigkeit bemühen müssen".

Fischer bekräftigte, dass die ältere Generation einen Anspruch darauf hätte, dass ihr gegenüber eine Politik mit mehr Gewissen und mehr Fairness gemacht werde. Es sei auch notwendig, in der Frage der Jugendarbeitslosigkeit mehr Verantwortungsbewusstsein und Gewissen an den Tag zu legen. Erfreut zeigte sich Fischer über die Unterstützung von vielen Frauen, die klar gemacht hätten, dass es darauf ankomme, "ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, sondern darum, was man tut oder unterlassen hat". Fischer erinnerte daran, dass er mitgekämpft habe um die Fristenlösung, um ein neues Familienrecht, ein neues Kindschaftsrecht, die Erhöhung der Witwenpension von 50 auf 60 Prozent, um die Anrechnung der Karenzzeiten an die Pension. "Das ist nicht vom Himmel gefallen, das ist das Ergebnis politischer Anstrengung, das haben wir gemeinsam zustande gebracht", sagte Fischer.

Zur Diskussion über die Bürgernähe und die offene Hofburg stellte Fischer "eine ganz simple Frage": "Wie offen ist das Parlament und wie offen ist das Außenministerium?" Zur Ankündigung Ferreros, sie werde als Bundespräsidentin 70 Prozent ihrer Zeit im Ausland verbringen, sagte Fischer: "Ob das klug ist, wage ich zu bezweifeln." Das bedeute nämlich, dass die Bundespräsidentin von 1. Jänner bis Mitte September im Ausland weile - "und was nützt dann die offene Hofburg und die Einladung an die Bürger zum Gespräch in die Hofburg, wenn dort niemand zuhause ist?".

Der Bundespräsidentschaftswahlkampf sei wie eine Bergtour, so Fischer weiter. Es handle sich dabei aber nicht um die Besteigung eines kleinen Gipfels, sondern um einen 3000er. "Und ich glaube, wir haben ein gutes Tempo gewählt, sind jetzt knapp unter dem Gipfel und haben immer noch Kondition." Er wisse, dass man "den Tag nicht vor dem Abend loben solle", so Fischer, aber die Chance, dass "wir den Gipfel als Erster erreichen, ist sehr gut". Es werde am Sonntag ein "rot-weiß-rotes Wahlergebnis" geben, das gewährleisten werde, "dass ihr euch in den nächsten sechs Jahren auf den Bundespräsidenten unter allen Umständen verlassen könnt", betonte Fischer abschließend. (Schluss) se/ps

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