Gleitsmann völlig ahnungslos über die Details des Kassenvertrags

Ärztechef Dorner: "Die zweimalige Ablehnung des Kassenvertrags basierte auf Unwissen und Nichtverständnis"

Wien (OTS) - In der heute, Freitag, stattgefundenen Sitzung
zwischen Vertretern der Wiener Gebietskrankenkasse, der Ärztekammer für Wien und Verwaltungsrats-Vizepräsident Martin Gleitsmann löste sich das Rätsel um die bereits zum zweiten Mal erfolgte Ablehnung des Wiener Kassenvertrags. Ärztekammerpräsident Walter Dorner in einer ersten Stellungnahme: "Der Standpunkteaustausch zwischen Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und Gleitsmann mutierte zu einem stundenlangen Nachhilfeunterricht für zwei Verwaltungsräte. Gleitsmann und sein Verwaltungsrats-Kollege Guschlbauer wussten nicht einmal über die Grundlagen des seit Dezember 2003 vorliegenden Vertrags Bescheid."****

Dorner äußerte enorme Bedenken, dass "Personen mit einem solch erschütternden Nichtwissen mit ihrem Nein zum Kassenvertrag über die medizinische Versorgung der Wienerinnen und Wiener entscheiden dürfen". Scheinbar habe man sich in den letzten Monaten überhaupt nicht über die Details des Kassenvertrags informiert. Dorner: "Wir mussten Gleitsmann und Guschlbauer die Vergabemodalitäten und die Rücktrittsvereinbarungen im Wiener Kassensystem erklären." Wenn Gleitsmann als Hauptakteur für Sozialpolitik in der Österreichischen Wirtschaftskammer verantwortlich zeichnet, dann könne man, so Dorner, schon von ihm erwarten, dass er wenigstens über die grundlegenden Paragraphen des ASVG Bescheid wisse.

Der Ärztechef bekräftigte nach Ende des Informationsaustausches definitiv die Entbehrlichkeit von Gleitsmanns Entscheidungskraft als Verwaltungsrat im Hauptverband.

Keine Antworten auf die Unvereinbarkeits-Frage

Auf die Frage von Ärztechef Dorner, in welcher Beziehung Gleitsmann zur Pharmaindustrie stehe, wurde keine Antwort gegeben. Dorner: "Er hält sich sogar weiter nicht dafür zuständig, eine entsprechende Aktualisierung des Heilmittelverzeichnisses vorzunehmen, damit Generika vermehrt zum Einsatz kommen und österreichweit vorrangig verschrieben werden." Der eigentliche Skandal im Wiener Gesundheitswesen sei, dass es Vertretern der Wirtschaftskammer, die auch die Pharmaindustrie und die Medizinproduktefirmen zu vertreten hätten, möglich sei, die Patientenversorgung in Wien zu gefährden.

Die Ärztekammer geht davon aus, dass sich Gleitsmann nach diesem Nachhilfeunterricht noch einmal den neuen Wiener Kassenvertrag zur Hand nehmen und seine zwei Fehlentscheidungen überdenken wird. Dorner: "Es bleibt abzuwarten, wie sich nun Gleitsmann im dritten Anlauf entscheiden wird." (bb)

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