Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 23.Apr 04 1,190 2,06% 4,14% 1952,7 4109,4 10461,2 15.Apr 04 1,195 2,05% 4,15% 1960,5 4017,1 10378,0 Veränderung 0,46% 0,01%Pkt -0,01%Pkt -0,40% 2,30% 0,80%

Die US-Notenbank hat die Erholung der US-Wirtschaft in ihrem jüngsten Konjunkturbericht (Beige Book) optimistisch beurteilt und sieht eine Erholung auf breiter Basis. Auch der Index der Frühindikatoren deutet mit einem Anstieg von 0,3 Prozent im März in die gleiche Richtung. Die erste Schätzung zum US BIP-Wachstum im ersten Quartal des Jahres (am 29.04.) wird die dynamische Entwicklung in den USA bestätigen - wir erwarten eine Wachstumsrate von 4,6 Prozent. Die EU-Kommission hält in ihrer Frühjahrsprognose an ihrer Erwartung eines Aufschwungs in Europa fest und sagt auch für Deutschland eine wirtschaftliche Erholung voraus. Für die Eurozone erwartet die Kommission in diesem Jahr ein Wachstum von 1,7 Prozent und im kommenden Jahr 2,3 Prozent. In den ersten zwei Quartalen 2004 sollte das BIP der Eurozone jeweils um 0,3 bis 0,7 Prozent zulegen.

Nach Fed Aussagen wächst die US-Wirtschaft mittlerweile so schnell, daß baldige Zinserhöhungen notwendig werden könnten. Zugleich hatte sie aber betont, daß es bisher noch keinen Inflationsdruck gebe. Ein starker Anstieg der Verbraucher- und Produzentenpreise um jeweils 0,5 Prozent im März und die zuletzt wieder wachsende Beschäftigung hatten Spekulationen darüber ausgelöst, die Fed könnte bald von ihrer Tiefzinspolitik abrücken. Der unerwartet geringe Rückgang der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigte aber, daß der Arbeitsmarkt nicht so schnell auf die Beine kommt wie bis jetzt angenommen. Die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung in den USA hat sich unserer Einschätzung nach nicht erhöht. In der nächsten Woche rechnen wir mit keiner weiteren Aufwärtsentwicklung bei den
Geldmarktzinsen.

Die Erwartung einer früheren als bisher angenommenen Anhebung der US-Leitzinsen und gestiegene Inflationsraten haben an den Anleihemärkten zu einem raschen und starken Renditeanstieg geführt der im Wochenverlauf allerdings konsolidierte. Die positiven Aussichten für die US-Konjunktur werden durch die Datenveröffentlichungen der nächsten Woche Bestätigung finden. Da sich aber noch kein klarer Inflationsanstieg und keine eindeutige Besserung am Arbeitsmarkt abzeichnen, werden die Spekulationen um rasche Zinserhöhungen vermutlich abflauen. Für die nächste Woche erwarten wir daher, daß sich die Konsolidierung an den Anleihemärkten fortsetzt.

Die gute Konjunktur und die Erwartung von Zinserhöhungen haben zu einer Fortsetzung der Dollar-Rallye geführt, die auch nächste Woche anhalten sollte. Die Schweizerische Nationalbank hat erneut bekräftigt, daß sie um der Preisstabilität willen die Zinsen erhöhen wird sobald sich die aktuelle Konjunkturentwicklung als dauerhaft erweist. Die jüngsten Wirtschaftsdaten belegen, daß die Konjunkturerholung in der Schweiz an Breite gewinnt und der exportgetriebene Aufschwung in der Industrie sich allmählich auch auf die Binnennachfrage durchschlägt. Der Schweizer Franken notiert aktuell bei 1,56 Franken/Euro und dürfte in der kommenden Woche dieses Niveau halten können. Der Japanische Yen zeigte im Wochenverlauf weder zum Dollar (aktuell: 108,8 Yen/Dollar) noch zum Euro (aktuell: 129,4 Yen/Euro) große Kursschwankungen.

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