Tumpel bei Körner-Preisverleihung: "Regierung liefert Unis an Wirtschaft aus"

Unis brauchen mehr öffentliche Mittel für Lehre und Forschung

Wien (AK) - "Unsere Universitäten brauchen mehr öffentliche Mittel für Lehre und Forschung", verlangt AK Präsident Herbert Tumpel. Bei der Verleihung der Körner-Fonds-Preise heute an der Universität Wien kritisierte er, dass die Regierung die Universitäten bei der Ausgliederung derart stark mit Mehrkosten belastet hat, dass sie zunehmend auf Auftragsforschung für die Wirtschaft angewiesen sind, um sich zu finanzieren. Auch die Studiengebühren können nicht, wie von der Regierung versprochen, für die Verbesserung der Lehre verwendet werden. Aus den Mitteln des 1953 von Arbeiterkammern und ÖGB initiierten Körner-Fonds werden heuer 41 junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen unterstützt, die bereits Wichtiges für ihr Fach geleistet haben und von denen in Zukunft mehr zu erwarten ist. Tumpel: "Sie alle führen uns das hohe wissenschaftliche und künstlerische Niveau in unserem Land vor Augen. Dieses Niveau ist allerdings in Gefahr." Einen Preis für ihr Lebenswerk bekam die Zeitgeschichte-Doyenne Erika Weinzierl.

"Die Regierung soll mehr auf die Arbeiterkammer hören", soTumpel:
"Wir haben davor gewarnt, dass der Einfluss der Wirtschaft auf die Universitäten nach der Ausgliederung steigen wird und die Grundlagenforschung in Gefahr ist, und wir haben leider Recht behalten." Das zeige die Besetzung der Uni-Räte, bei der vor allem Unternehmervertreter zum Zug kamen, das zeige die zunehmende Auftragsforschung für Firmen, zu der die Universitäten mangels ausreichender öffentlicher Mittel gezwungen sind. "Uns von der Arbeiterkammer ist diese Entwicklung nicht gleichgültig", sagte Tumpel, "denn ein Großteil der Studierenden sind Kinder von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, viele sind bereits während des Studiums berufstätig und werden nach Abschluss als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten." Überdies gehört ein Großteil der Universitäts-Beschäftigten seit der Ausgliederung zu den AK Mitgliedern.

"Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft", sagt Tumpel, "ich verlange von der Regierung mehr Geld für die Universitäten, damit sie die Studienbedingungen verbessern können -und damit sie weiterhin auf hohem Niveau für alle Menschen in diesem Land arbeiten und forschen können." Wie wichtig gute Forschung für die ArbeitnehmerInnen sei, zeige sich an einzelnen ausgezeichneten Arbeiten. Etwa sei es nicht egal, ob zur Erkennung von Augenschäden, die zu Blindheit führen können, Eingriffe in den Körper gemacht werden müssen oder nicht, verweist Tumpel auf eine der geförderten Arbeiten.

Tumpel gratulierte Erika Weinzierl zur Körner-Auszeichnung für ihr Lebenswerk: "Für Sie war das Eintreten für Humanität und Toleranz immer eine Selbstverständlichkeit." Insgesamt verlieh Tumpel 41 Körner-Förderungen. Nach der Festsitzung an der Universität lud Bundespräsident Klestil zum Empfang in die Hofburg.

(Forts)

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