Sima: Mängel bei Pestizid-Kontrollen sofort beheben!

Konsumenten werden im Regen stehen gelassen: Probleme seit Jahren bekannt!

Wien (SK) Als "schlichtweg unverantwortlich" bezeichnet SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima den Zustand der heimischen Pestizidkontrollen. "Ein aktueller EU-Kontrollbericht belegt dramatische Mängel an den Pestizidkontrollen, die übrigens schon seit langem bekannt sind. Von Seiten der zuständigen Behörden wird offensichtlich weiterhin abgewartet, anstatt endlich zu reagieren und die heimischen Konsumenten entsprechend vor der Pestizidbelastung zu schützen und sie ausreichend zu informieren", kritisiert Sima scharf. Das Gesundheitsministerium warte überhaupt auf den endgültigen Bericht, der nun vorgelegte sei ja nur ein "Entwurf", kritisiert Sima die Säumigkeit der Behörden. "Für uns Konsumenten ist es nebensächlich, ob im Entwurf oder im Endbericht die Mängel der heimischen Pestizidkontrollen aufgedeckt werden, wir wollen ganz einfach kein pestizidbelastetes Obst und Gemüse aufgetischt bekommen und uns auf strenge staatliche Kontrollen verlassen können", so Sima. ****

Allein die Dauer zwischen Probenahme und Veröffentlichung der Ergebnisse verhindert, "dass bei Bedarf rasche Durchsetzungsmöglichkeiten zur Gewährleistung der Verbrauchersicherheit ergriffen werden können", heißt es dazu im EU-Bericht. Es ist laut Sima einfach zynisch, wenn die Konsumenten erst Wochen oder gar Monate nach Verzehr von pestizidbelastetem Obst oder Gemüse erfahren, was sie tatsächlich verspeist hätten. Der Zustand sei für die heimischen Konsumenten mehr als unbefriedigend. Sima fordert in diesem Zusammenhang erneut die Veröffentlichung bei wiederholtem Verstoß: "Lebensmittelsünder werden bislang mit dem Verweis auf den Datenschutz immer wieder gedeckt, dies ist unhaltbar", so Sima. Sie fordert einmal mehr die sofortige Veröffentlichung der Testergebnisse bei den Pestizidkontrollen, zudem einen viel größeren Umfang der Proben als bisher. "Kontrollen der zulassungsgemäßen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind nicht geplant und werden auch nicht durchgeführt ... Systematische nachfassende Kontrollen nach Verstößen gegen die Bestimmungen zum Inverkehrbringen oder zur Anwendung finden nicht statt", heißt es weiter im Entwurf des EU-Kontrollberichts.

"Als ob wir mit den bisher bekannten Kontrolldefiziten der österreichischen Pestizide nicht schon genug Probleme hätten, kommt nun noch dazu, dass seit Februar nahezu ‚überfallsartig' auch sämtliche niederländische Pestizide in Österreich zugelassen sind", kritisiert Sima. 28 von diesen neuen waren bislang in Österreich nicht erlaubt. Wie die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 heute bekannt gegeben hat, kann die für die Kontrolle zuständige österreichische Ernährungsagentur (AGES) insgesamt 141 Pestizidwirkstoffe nachweisen, jedoch nur vier von diesen neuen holländischen. "Es ist völlig inakzeptabel, dass damit ganz offensichtlich 24 weitere Pestizide in Österreich eingesetzt werden, die die staatlichen Kontrolleure nicht einmal finden können, egal in welcher Menge sie eingesetzt wurden. "Das seit Jahren bekannte Problem der Kontrollmängel verschärft sich immer mehr, die schwarz-blaue Regierung trägt mit der Einrichtung der AGES im Jahr 2002 die Verantwortung dafür. Unsere schon damals geäußerten Befürchtungen anlässlich der Zusammenlegung der 17 Untersuchungsanstalten bestätigen sich leider immer mehr. Die Leidtragenden sind die Konsumenten", so Sima abschließend. (Schluss) ps/mm

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