Haubner: Familienpolitik in Frankreich: Sehr gut, aber nicht alles Gold, was glänzt!

Expertenhearings mit Familienstaatssekretärin Ursula Haubner in Paris

Wien/Paris (BMSG/OTS) - Mit den französischen Rahmenbedingungen
der Familienförderung setzt sich in Paris derzeit eine österreichische Delegation aus Politik, Medien und NGO´s unter der Leitung von Familienstaatssekretärin Ursula Haubner intensiv auseinander. Eine Geburtenrate von 1,9 Kindern, 80 Mrd. € Familienförderung und ein zusätzliches, neu geschnürtes 10-Punkte-Familienpaket dient international als Vorzeigemodell.

Staatssekretärin Ursula Haubner: "Wir treffen uns in der Überzeugung, dass Familienpolitik Nachwuchsförderung im besten Sinne ist, dass Kinder nicht nur persönliche Glücksfälle sind, sondern die wichtigsten Zukunftsgaranten für eine Gesellschaft sind".

Geburtenprämie und Kindergeld

Seit Beginn des heurigen Jahres gibt es in Frankreich eine einmalige Geburtenprämie von 800 € bis zu einer Einkommensgrenze von 4.120 €, immerhin für 90 % der französischen Familien zusätzlich zum Kindergeld von 160 €. Neu ist auch ein Kindergeld von 340 € zusätzlich für drei Jahre, wenn ein Elternteil die Arbeit vorübergehend einstellt (jedes 3. Elternpaar in Frankreich möchte seine Arbeit vorübergehend einstellen).

Steuerermäßigung

Nur die Hälfte aller französischer Haushalte zahlt überhaupt noch Lohn- und Einkommenssteuer.

Externe Kinderbetreuung

Ziel ist es, dass keine französische Familie zukünftig mehr als 10 % ihres Familieneinkommens für die Kinderbetreuung aufbringen muss. Dabei geht es nicht vorrangig darum, den Mangel an öffentlichen Krippen zu beheben, sondern die häuslichen Betreuungsangebote wie Tagesmütter und Kinderfrauen im Mehrkindhaushalt zu erweitern.

In Kleinkindbetreuung und massiver finanzieller Unterstützung gibt es zu Österreich große Parallelen, ein wesentlicher Unterschied zeigt sich in der Vorschulbetreuung der 3-6jährigen. Hier gibt es in Frankreich eine Vorschule, die mit dem österreichischen Kindergarten nicht vergleichbar ist, weil es bereits ein festes, schulähnliches System ist, das zwar kostenlos, weil Schule, aber auch ebenso verpflichtend ist . Und genau hier teilen sich die Meinungen auch in Frankreich: Nicht alle bezeichnen es als schön, in französischen Vorschulen aufzuwachsen. Als Gründe werden überforderte Vorschullehrerinnen mit bis zu 40 Kindern genannt, ebenso wie der Drill, mit dem Vorschulkinder behandelt werden würden, dass sie kaum an die frische Luft kommen würden und dass weder Platz noch Zeit für das wichtige Spielen sei.

Bestechend ist aber die Vielfalt an Betreuungsmöglichkeiten, vor allem an häuslicher Betreuung für unter 3jährige Kinder. Bestechend sind auch die unmittelbar nach dem 2. und 3. Kind sehr progressiv ansteigenden Transferleistungen. Kinder sind in Frankreich Prestigeobjekte, auch in den Führungsetagen steigt die Glaubwürdigkeit der Personen mit der Kinderzahl, sie haben durch Kinder einen deutlichen Vorsprung.

"Wir werden unsere Erfahrungen weiterhin austauschen und vergleichen. Einig sind wir uns, dass wir verstärkt noch die Wirtschaft als Mitspieler gewinnen müssen, damit auch unmittelbar am Arbeitsplatz die Wertschätzung von Kindern spürbar wird", schließt Ursula Haubner. (Schluss) bxf

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