WWF befürchtet neue Ausbauwelle an der gesamten Donaustrecke.

Kritik an flussbaulichem Gesamtprojekt Kukackas.

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Pressekonferenz von Staatsekretär Kukacka, der seine Ausbaupläne der österreichischen Donaustrecke präsentieren wird, kritisiert der WWF dieses Vorhaben scharf. "Die geplante Ausbaggerung der österreichischen Donaustrecke zwischen Wien und Bratislava auf eine Fahrwassertiefe von 2,70m bis 2,80m ist ein Startschuss für eine neue Ausbauwelle, der die gesamte Donau betreffen wird" so der WWF-Auenökologe, Ulrich Eichelmann. "Denn für die Schifffahrt macht es nur Sinn, wenn es eine einheitliche Tiefe über die gesamte Donaustrecke gibt. Daher ist nur logisch, dass die gesamte Donau mittelfristig an diese neuen Tiefe angepasst wird."

Aber nicht nur ökologisch sondern vor allem auch verkehrswirtschaftlich macht der Ausbau keinen Sinn. Als Beispiel führt Eichelmann den Rhein an: "Hier wird jährlich etwa 15 - 20 mal soviel transportiert wie auf der Donau und das bei Fahrwassertiefen von 2,10m. Das "je tiefer, desto mehr Güter" Prinzip gibt es also definitiv nicht."

Aus ökologischer Sicht kritisiert der WWF vor allem, dass bei der Variantenauswahl die internationalen Konsequenzen für den gesamten Naturraum Donau in keiner Weise berücksichtigt worden sind. Dabei sind nach Angaben der EU etwa 1.000 Kilometer von dieser neuen Ausbauwelle betroffen, darunter drei Nationalparks, zehn Feuchtschutzgebiete und 1 Weltkulturerbe, nämlich die Wachau. "Minister Gorbach und Staatssekretär Kukacka haben hier eine enorme Verantwortung, es geht um die gesamte Donau", appelliert Eichelmann." "Keine andere Donaustrecke auf den 2.800 Kilometer zwischen Schwarzwald und Rumänien hat eine derartige Fahrwassertiefe."

Die derzeitige Tiefe der Donau im Nationalpark und auch in der Wachau ist etwa 2,20 Meter. Der WWF akzeptiert einen Ausbau bis 2,50m Fahrwassertiefe. "Das wäre eine deutliche Verbesserung für die Schifffahrt, wäre kein Präjudiz für andere Strecken, wäre auch für den Nationalpark Donau-Auen verträglicher und entspräche den internationalen Vorgaben der Donaukommission", schließt Eichelmann. "Alles andere wäre eine Übererfüllung der Normen, kostet viel und wäre ein ökologisches Desaster für die Donau."

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