Heimische Wohnbauförderung steigt bei internationalem Vergleich sehr gut aus

Ausländische "Vorbilder" für Wohnbauförderung sind weitaus teurer

Wien (OTS) - "IHS-Chef Bernhard Felderer irrt erneut, wenn er uns vorwirft, aus Eigeninteresse völlig falsche und veraltete Zahlen zu verwenden, um das gegenwärtige System der Wohnbauförderung zu verteidigen", betonte heute Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der Gemeinnützigen.

Im Rahmen einer breiten "Plattform Wohnbauförderung" aus Vertretern von Wirtschaft und Gewerkschaft, Baustoffindustrie sowie gewerblichen und gemeinnützigen Bauträgern war scharf kritisiert worden, dass Felderer das deutsche Modell der ausschließlichen Subjektförderung durch ein "Wohngeld" als besonders kostengünstig und vorbildlich bezeichnet hatte.

Internationale Vergleichsdaten würden aber zeigen, so Wurm bei einer Pressekonferenz der "Plattform", dass "Deutschland mehr als 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Wohnbauförderung ausgibt, während Österreich mit seinem Mischsystem aus Objekt- und Subjektförderung um rd. 1,3 % des BIP weitaus bessere Resultate bei Wohnversorgung und Leistbarkeit der Wohnungen erreicht".
Was Felderer zur Replik veranlasste, die vorgelegten Zahlen wären "aus den 70er-Jahren und weit überhöht". Für Deutschland bezifferte er den Anteil der Wohnbauförderungs-Ausgaben am BIP mit "unter 1 Prozent, nach der geplanten Kürzung der Eigenheimzulage nur mehr 0,5 Prozent".

Die von der "Plattform" genannten Zahlen stammen aus einer Analyse eines französischen Institutes und wurden bei der Euroconstruct 2001, dem größten internationalen Fachkongress zur Bauwirtschschaft präsentiert. Mit einem komplexen Rechenmodell wurden dabei die öffentlichen Ausgaben für Wohnbaudarlehen, Zuschüsse, Effekte aus unterschiedlichen Steuersystemen usw. zusammengefasst und vergleichbar gemacht. Die letzt verfügbare Datenbasis ist zwar aus 1997, doch es sind "dem gegenüber keine drastischen Veränderungen anzunehmen, da selbst bei Systemänderungen langfristige Finanzierungsverpflichtungen für die Wohnbauförderung bestehen", betont Karl Wurm.

So betrifft etwa die Kappung der deutschen Eigenheimzulage natürlich nicht bereits bestehende Förderungsfälle, sondern nur neu eingebrachte Anträge, was sich erst in zwei bis drei Jahren budgetär auswirken wird.

Die von Prof. Felderer präsentierten Daten für Deutschland sind mit den Euroconstruct-Daten einerseits nicht vergleichbar und überdies viel zu niedrig. So sind z.B. nach dem 19. Subventionsbericht der Deutschen Bundesregierung 2002 nicht 17,5 Mrd. Euro (Felderer), sondern 23 Mrd. Euro für die Wohnbauförderung aufgebracht worden.

"Auch die von Felderer bezweifelten hohen Förderungsausgaben in Großbritannien stimmen", präzisiert der GBV-Obmann. Für direkte Wohnbauförderung wurden 2001 in Großbritannien 471 Euro pro Einwohner aufgewendet, in Österreich 310 Euro. Mit 327 Euro geht der Großteil davon in Großbritannien für Wohnbeihilfen auf (17 % aller Haushalte), in Österreich sind es lediglich 19 Euro (3,5 %).
Aus all dem ergibt sich, resümiert Karl Wurm, "dass Miethöhen, Wohnstandard und öffentliche Aufwendungen für Wohnbau in Deutschland und Großbritannien jedenfalls kein Vorbild sind, um das bewährte und kostengünstige System unserer Wohnbauförderung nach dem Muster dieser Länder umzugestalten".

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