Ökostrom: Denkfehler der Arbeiterkammer

IG Windkraft: keine Übererfüllung von Zielen

Wien (OTS) - Die Arbeiterkammer forderte in einer Pressekonferenz ein neues Ökostromgesetz, vor allem aufgrund angeblicher Mängel im Finanzierungssystem und aus Angst vor Kostenexplosionen. "Dies ist leider das Resultat eines Denkfehlers", äußert sich dazu Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft. "Die jährliche Anpassung der Förderbeiträge ist im Ökostromgesetz vorgesehen. Jährlich muss der Wirtschaftsminister die Beiträge für das kommende Jahr festlegen, nachher wird abgerechnet. Das ist ein absolut sinnvolles System, das auch reibungslos funktioniert, solange alle Beteiligten die Gesetze einhalten. Das hat nichts mit Zielen zu tun. Übererfüllung von Zielen gibt es keine. Wir liegen mit dem Ökostromausbau sogar unter den gesetzlichen Zielen. Die Ökostrommenge 2003 betrug nur 1,16% Ökostrom, obwohl das Gesetz per 1.1.2004 schon 2% verlangt."

Wenn sich die AK zum 78,1% Erneuerbare -Energien-Ziel bekennt, dann muss sie sich im Klaren sein, dass angesichts immens steigenden Stromverbrauches mehr Ökostrom erzeugt wird, und damit das Fördervolumen nicht konstant bleiben kann. Hantsch: "Man muss es klar sagen: Wir werden das 78,1%-Ziel so nicht erreichen. Wenn wir nur 4% Ökostrom zubauen, dann wird der Erneuerbare-Energie-Anteil 2010 durch den starken Stromverbrauchszuwachs unter 60% fallen. Aber selbst wenn man, wie offenbar die Arbeiterkammer, nur die konsumenten-täuschende 'Light-Version' des 78,1% Zieles hernimmt, die sich nicht auf den tatsächlichen Stromverbrauch, sondern auf den längst überschrittenen Stromverbrauch von 1997 bezieht (=de facto 60%), dann fehlen 2,6 bis 2,8 Mrd. kWh Erneuerbare Energie. "Das kann nur durch eine Erhöhung des Ökostromzieles auf 8% wett gemacht werden", so Hantsch.

Die Mehrkosten pro Haushalt bei 5% Ökostrom betragen übrigens zehn bis zwölf Euro pro Jahr. Wenn man nur eine Glühbirne gegen eine Energiesparlampe tauscht, hat man das wieder herinnen. Darüber hinaus gewinnt man über 10.000 zusätzliche Jobs in der Ökostrombranche in Österreich.

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