AGES: Massive Ernteverluste beim Mais-Anbau drohen

Schuld ist der "Maiswurzelbohrer": Bei Befall bis 80 Prozent Ernteverlust - Fruchtfolge einziges nachhaltiges Mittel zur Bekämpfung - AGES startet Informationskampagne

Wien (OTS) - AGES: Die Einwanderung eines neuen Schädlings aus Osteuropa bedroht den heimischen Maisanbau: "Diabrotica virgifera virgifera", kurz "Maiswurzelbohrer", ist ein Käfer, der als Larve die Wurzeln der Maispflanze und als Käfer die oberirdischen Pflanzenteile schädigt. Breitet sich der Maiswurzelbohrer auf ein gesamtes Maisfeld aus, ist mit einer Vernichtung von bis zu 80 Prozent der Ernte zu rechnen.

"Wenn österreichweit keine wirksamen Maßnahmen gegen den Befall des Schädlings getroffen werden, ist in wenigen Jahren mit einem Ausfall von mindestens einem Fünftel der gesamten Maisernte zu rechnen", so Dr. Friedrich Polesny, Bereichsleiter für Landwirtschaft in der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES. Derzeit sind Maisbauern des gesamten Burgenlandes, des östlichen Bereichs von Niederösterreich und der Bezirke Fürstenfeld und Radkersburg in der Steiermark betroffen.
In Österreich produzieren jährlich 217.000 Bauern auf einer Fläche von 268.000 ha 1,45 Millionen Tonnen Mais.

"Fruchtfolge" tötet Schädling

Einzige nachhaltig wirkungsvolle Bekämpfungsmaßnahme gegen die Verbreitung des Maiswurzelbohrers ist die sogenannte "Fruchtfolge". Das bedeutet, dass der Bauer nach einer eingebrachten Maisernte in den darauf folgenden zwei Jahren andere Feldfrüchte anbaut und der Schädling dadurch verhungert.

Eine chemische Bekämpfung der Larven im Frühling kann den Befall nur bis zu 70 Prozent reduzieren und ist daher nicht als Maßnahme zur Vernichtung einer gesamten Population geeignet. Das Ausbringen von chemischen Mitteln zu einem späteren Zeitpunkt ist auf Grund der Höhe der ausgereiften Maispflanze nur schwer möglich.

"Um die rasche Verbreitung zu stoppen, ist es wichtig, dass alle Maisbauern die Dringlichkeit des Problems erkennen und freiwillig Fruchtfolge praktizieren. Bauern, die nicht auf Fruchtfolge setzen, müssen in den nächsten Jahren mit hohen Einkommensverlusten rechnen", so Dr. Peter Cate, Diabrotica-Experte der AGES.
Derzeit wird auf 70 Prozent der Maisflächen Fruchtfolge praktiziert.

AGES startet Informationskampagne

Seit dem ersten Auftreten des Schädlings 2002 in Österreich betreibt die AGES in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Pflanzenschutzdienst und den Landeslandwirtschaftskammern ein flächendeckendes Maiswurzelbohrer-Monitoring. Damit ist eine Dokumentation der Befallsdichte und der Befallgebiete sichergestellt. An knapp 600 Beobachtungspunkten in ganz Österreich wurden sogenannte "Pheromonfallen" an Maispflanzen angebracht, mit Hilfe derer die Erfassung des Maiswurzelbohrers ermöglicht und die Ausbreitung messbar wird.

Die AGES hat für die Landwirtschaftskammern und Landesbehörden eine Informationskampagne gestartet. Bei dieser werden im Rahmen von Schulungen und Vorträgen genaue Kenntnisse über die Bedeutung und die Bekämpfung des Schädlings vermittelt sowie über den aktuellen Stand der Verbreitung berichtet.

Die Europäische Kommission sieht in der raschen Ausbreitung des Maiswurzelbohrers ebenfalls eine wachsende Bedrohung für ganz Europa und hat daher ein europaweites Monitoring installiert. Die AGES liefert an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und die zuständige Stelle der EU-Kommission Informationen über den Status Quo der Schädlingsverbreitung in Österreich und leistet damit einen Beitrag zur gesamteuropäischen Darstellung der Maiswurzelbohrer-Problematik.

Biologie des Käfers

Die Larven des Maiswurzelbohrers werden gewöhnlich im Juni aktiv. Man findet sie bis in den August hinein an den Wurzeln der Maispflanze. Der Käfer tritt gewöhnlich ab Anfang Juli in Erscheinung. Er bleibt zunächst im Feld, in dem er sich entwickelt hat, und kann dann aktiv oder durch Windverfrachtung weiter wandern. Sein Areal kann sich bei günstigen Bedingungen jährlich bis zu 80 Kilometer weit ausdehnen.

Als Käfer frisst der Schädling vorwiegend Blätter, Pollen, Narbenfäden, aber auch manchmal milchreife Körner. Maiswurzelbohrer sind überaus mobil: Sie fliegen zwischen nahegelegenen Feldern hin und her und verbreiten daher ihre Eier auf weitere Gebiete.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Fachlich:
Dr. Friedrich Polesny, Bereichsleiter Landwirtschaft
Betriebsmittelmanagement, AGES
Dr. Peter Cate, Institut für Pflanzengesundheit, AGES

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstrasse 191, A-1226 Wien
Tel: +43-1-732 16 - 4800
Mobil:+43/664/839 80 68
oskar.wawschinek@ages.at
http://www.ages.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CED0001