Astronomie in Wien: Große Tradition und rege Szene

Wien (OTS) - Der Blick nach oben kann in Wien auf eine fast 300jährige Tradition zurückblicken: Anfang des 18. Jahrhunderts richtete sich der Hofmathematiker Johann Jakob Marinoni auf dem Dach seines Hauses auf der Mölkerbastei ein astronomisches Observatorium ein, 1733 folgten die Jesuiten mit einer Sternwarte und 1755 wurde die erste Universitätssternwarte eingerichtet. Heute verfügt Wien mit den diversen Sternwarten, wie der Kuffner Sternwarte in Ottakring, der Sternwarte auf der Urania und der Sternwarte der Universität Wien in Währing, über ein dichtes Beobachtungsnetz.

900 Sternengucker auf dem Kahlenberg

Wie hoch der Andrang bei astronomischen Veranstaltungen sein kann, zeigten etwa die Kahlenberg-Abende der vor 6 Jahren gegründeten Wiener Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (WAA) im vergangenen Jahr, als sich an die 900 Personen auf der abendlichen Terrasse beim Hotel auf dem Kahlenberg einfanden, um "Sterne zu schauen". Für Alexander Pikhard, seit 32 Jahren selbst Hobby-Sternengucker, ist Wien "ein gutes Pflaster" für die Belange des Weltalls. In der WAA, die im Unterschied zu den anderen drei bis vier Wiener Sterne-Vereinen, nicht ortsgebunden agiert und sich offensiv der Popularisierung von Venus, Mars und Co. verschrieben hat, versammeln sich gegenwärtig knapp 300 Personen. Im Angebot stehen diverse Kurse und Vorträge. Die Mitglieder stammen "quer durch die Gesellschaft", betont der 45jährige, dessen Sterne-Begeisterung längst auch die eigene Familie infiziert hat.

Sophienalpe und Wiener Hütte: Gute Beobachtungspunkte

Befragt nach den besonders guten Aussichtsplätzen nennt Pikhard die Wiese bei der Sophienalpe bzw. auch die Umgebung bei der Wiener Hütte im Wienerwald, "weil es dort besonders dunkel ist". Letzteres, die Dunkelheit, ist für das Beobachten des Sternenhimmels eine Grundvoraussetzung, die die Großstadt nicht allzu oft ermöglicht. Deswegen weichen die Sternengucker der WAA auch desöfteren in das Voralpengebiet aus. Mit der Sternwarte in Mariazell hat man deswegen auch eine Partnerschaft abgeschlossen.

Richtig sehen lernen

Und was kostet solch ein Hobby? Laut Pikhard ist man bereits mit einem etwa 300 Euro teuren Teleskop ganz gut bedient, wobei er persönlich die Fachgeschäfte dem Großhandel vorzieht. Der Hintergrund: Vor allem in der Qualität der Mechanik unterscheidet sich hier der astronomische Spreu vom Weizen. Die Linsenqualität ist meist bei allen Anbietern in Ordnung, so Pikhard, der jedem Einsteiger weiters empfiehlt, sich von einem Sternen-Mentor die wichtigsten Handgriffe, vor allem aber das richtige Sehen beibringen zu lassen. Denn daran scheitert es nicht selten: Vor lauter Sternen erkennt man die bewusst gesuchte Konstellation nicht. "Und das wäre doch schade", meint der Hobby-Astronom.

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