Unternehmensberater + Informationstechnologen für fairen, transparenten Zugang zu öffentlichen Daten

Zoubek: "Derzeitige Möglichkeiten, auf ‚Public Sector Information’ zuzugreifen, unstrukturiert und uneinheitlich"

Wien (PWK271) - "Unter ‚öffentlichen Daten’ werden Informationen aus Ämtern und Behörden für Wirtschaft und Bürger verstanden. ‚Public Sector Information’, kurz PSI, bildet eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Informatik- und Content-Branche. Die Verfügbarkeit dieser Daten ist für IT-Dienstleister daher existenziell", so Dieter Zoubek, Berufsgruppenobmann der Telekom-Dienstleister im Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Aus Sicht der Wirtschaft kommt der Verwertung digitaler Daten - beispielsweise Unternehmensdaten, Daten der Geoinformation wie Lage-, Raumordnungsplänen sowie Daten für Zwecke des Gläubigerschutzes wie Insolvenzdaten - die größte Bedeutung zu.

Die derzeitigen Möglichkeiten, an Public Sector Information zu kommen, erinnern laut Zoubek allerdings "an einem Marsch durch ein Labyrinth." Zu uneinheitlich sind die Gepflogenheiten:
Unterschiedlichste Konditionen - von kostenfrei bis extrem teuer -sind Usus. "Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Formaten, in denen die Daten verfügbar sind - wenn sie verfügbar sind", weiß Zoubek aus der Praxis zu berichten. Daher sei es an der Zeit, den Wildwuchs gärtnerisch zu bereinigen: "Es geht darum, eine transparente , faire, technisch harmonisierte Möglichkeit zu schaffen, wo Interessenten an öffentlichen Daten sich zentral informieren können", so Zoubek.

Die EU-Kommission hat unter dem Titel Bezeichnung "PSI-Richtlinie" ein Grundlagendokument zur wirtschaftlichen Verwertung öffentlicher Informationsinhalte verabschiedet. Österreich hat zur Umsetzung dieser Direktive eine Frist bis Mitte 2005 erhalten. "Ende März", so Zoubek, "wurde im Wirtschaftsministerium mit der nationalen Umsetzung der Richtlinie in österreichisches Recht begonnen." Der Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (kurz UBIT) begrüßt in seiner Funktion als gesetzliche Interessensvertretung der heimischen Informatik- und IT-Content-Wirtschaft die Aktivitäten des Wirtschaftsministeriums.

"Leitgedanke müsse, so Zoubek, dabei aus Sicht des Fachverbandes UBIT sein, dass die Richtlinie mit Blick auf die Förderung der informationsverarbeitenden Wirtschaft konzipiert ist: "Daher sind in jeder Hinsicht die Interessen der betroffenen Branche zu berücksichtigen. Die EU-Kommission gibt als Leitgedanken ausdrücklich vor, dass öffentliche Daten ein Motor für die Stärkung der verwertenden Unternehmen, für die Stärkung des Standortes Europa sein sollen."

Konkret fordern die Unternehmensberater und Informationstechnologen:
Transparente und wirtschaftsnahe Regelungen für die Datenabgabe an Unternehmen; Publikation aller beziehbaren Datensammlungen nebst Bezugsbedingungen auf einer zentralen Website
Interoperable Abgabeprozesse (z.B. tägliche automatische Bezugsmöglichkeiten von Datenbankupdates) sowie Abgabe der Daten in standardisieren Datenformaten, z.B. XML
Regelungen, die dazu beitragen, die wirtschaftliche Kraft der Unternehmen zu erhöhen sowie gleichzeitig anerkannt hohe Qualität der öffentlichen Datensammlungen des Bundes zu erhalten und sogar zu steigern. Entgeltliche Datenabgabe an Unternehmen bei gleichzeitiger kostenlosen Abgabe an Bürger wird abgelehnt. Kostenlose Datenabgabe an Bürger führt grundsätzlich zu einer schlechteren Dienstleistungsqualität, da dem Bund Einnahmen für Verbesserungen der System fehlen.
In keinem Fall dürften Leistungen der Privatwirtschaft durch Leistungen der Verwaltung oder der öffentlichen Wirtschaft substituiert oder gefährdet werden. "Derartige Tendenzen stehen in krassem Widerspruch zu den Leitmotiven der PSI-Direktive", so Zoubek

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